Das perfekte Handgepäck und sein Geheimnis

Ob du VielfliegerIn, Sparfuchs oder einfach nur minimalistisch veranlagt bist - bei Flugreisen ist es praktisch, nur das Handgepäck mitnehmen zu müssen. Bei Billigairlines spart das zusätzlich Geld und Zeit. Einfach nur online einchecken und mit dem Handgepäck durch die Security stapfen. Wie du das meiste aus deinem Handgepäck rausholst - hier kommen die Tipps.
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Juhu! Es geht los! Der Flug ist gebucht - und du hast auch noch ein echtes Schnäppchen erwischt? Super. Dann kannst du jetzt anfangen, deine Tasche zu packen. Allerdings stellt sich die Frage: ist Aufgabegepäck inkludiert? Das kann schonmal einen gewaltigen Unterschied machen. Wenn du nämlich bei einer Billig-Airline wie Ryanair oder easyjet gebucht hast, kostet das Gepäck mitunter einen erheblichen Aufpreis, so dass es sich lohnt, nur mit Handgepäck zu reisen. Tipp: informiere dich online über die Handgepäckmaße und wähle das größtmöglichste, in diese Maße passende Gepäckstück aus deinem Bestand. 

Was ist erlaubt im Handgepäck? Der Sicherheitscheck

Es gibt ein paar EU-Richtlinien, die die Mitnahme von Gegenständen und Flüssigkeiten im Handgepäck regeln. Um keine Zeit am Flughafen zu verschwenden, solltest du auf die Regeln beim Packen des Handgepäcks achten - denn wenn du aus Versehen verbotene Dinge in deinem Carry-on hast, kann es schnell Stress mit der Security geben. Hier ist eine kleine Übersicht darüber, was erlaubt ist.

  • Flüssigkeiten als Nahrungsmittel (Wasser, Getränke, Suppe, Sirup,…)
    und halbflüssige Nahrung (Marmelade, Joghurt,…)
  • Creme, Shampoo und Conditioner, Duschgel, Öl
  • Kosmetika (Parfum, Lipgloss, Zahnpasta, Mascara)
  • Sprays (Rasierschaum, Deodorant, Haarspray)

Alle erlaubten Flüssigkeiten dürfen pro Behälter nur 100 ml fassen und müssen in einem durchsichtigen, wieder verschließbaren Beutel aufbewahrt werden. Dafür funktionieren Gefrierbeutel von Ikea ganz gut, oft gibt es aber auch am Flughafen durchsichtige Plastikbeutel. Das Gesamtvolumen darf gesamt einen Liter nicht überschreiten - also nicht mehr als 10 Flüssigkeiten von je 100 ml. Es ist außerdem erlaubt, Kindernahrung für unter drei-jährige Kinder mitzunehmen. E-Zigaretten sind auch gestattet (wenn du dich darüber mal informieren willst, wir haben auch einen E-Zigaretten-Test gemacht).

In Deutschland ist es erlaubt, Rasierer oder Taschenmesser im Handgepäck mitzuführen - die Klinge/scharfe Oberfläche darf aber maximal nur sechs Zentimeter lang sein. Wenn du eine Auslandsreise vorhast, versuche darauf zu verzichten: Die Regeln diesbezüglich sind nämlich in allen Ländern unterschiedlich. Verboten sind Gasbehälter, Benzinfeuerzeuge oder Spraydosen für Farbe. Captain Obvious weiß auch, dass Dinge wie Pistolen, allerlei Waffen und auch Waffenimitationen, lose Rasierklingen, Baseballschläger, Pfefferspray oder zwei Liter Flüssigkeit verboten sind - nur der Vollständigkeit halber.

1. Handtasche, Rucksack oder Koffer?

Wenn du nicht gerade ein Vampir bist, und eh nicht Zähne putzt oder schwitzt, kannst du die Handtasche gleich vergessen. Sie bietet viel zu wenig Platz - du solltest die erlaubte Größe und das maximal zulässige Gewicht voll ausnutzen. Das hängt von der jeweiligen Fluglinie ab, du findest die erlaubten Maße aber auf den entsprechenden Webseiten. Meistens ist es okay, wenn dein Carry-on bis zu 8 kg wiegt - wenn es so wirkt, als hättest du ein schwereres Gepäck als zugelassen, muss gewogen werden. 

Generell kann man sagen, dass die Maße 20 x 40 x 50 cm und ein Gewicht zwischen 8 - 9 kg oder manchmal sogar 12 kg erlaubt sind.
Koffer sind dabei nur bedingt zu empfehlen - oft wiegen sie selbst schon relativ viel oder sind durch ihre Rollen recht sperrig. Ich empfehle eher einen Reiserucksack zb. von Jack Wolfskin: Der ist in sich leicht, multifunktional und hat extrem viel Platz. Dadurch, dass er keine harte Hülle hat (Negativbeispiel: Hartschalenkoffer, Finger weg!) kann man jede Nische und Falte ausnutzen, um noch ein paar Socken oder die Zahnbürste hineinzustopfen.

2. Was kommt mit ins Carry-On?

Da du nicht viel Platz hast, musst du wohl oder übel aussortieren: Kommt die dritte Sonnenbrille mit, und muss die vierte Ersatzbadehose echt sein? Mache dir eine Packliste und beschränke dich.Muss deine ganze Technik mit, oder kannst du auch mit dem Handy im Internet surfen? Nimmt vielleicht deine Reisebegleitung einen Laptop mit, so dass du deinen zu Hause lassen kannst? Oft kann man Laptop, MP3-Player und Kamera im Smartphone kombinieren und spart so schon einmal eine Menge Platz und Gewicht.

Auch bei Beautyartikeln kannst du Platz sparen: Shampoo und Duschgel kannst du im Notfall günstig als Hausmarke im Supermarkt am Zielort einkaufen, oft haben Hotels auch kleine Probepackungen für dich. Und wenn du wirklich gar nicht verzichten kannst, möchtest du vielleicht im Duty Free Shop Parfums und Make-up kaufen, oder was du sonst so brauchst.

3. Wie packe ich effektiv?

Wenn du ein eigenes Handtuch mitnehmen möchtest, wähle ein Mikrofaser-Handtuch. Die gibt es ab 12 Euro bei diversen Outdoor-Läden - wie zum Beispiel Decathlon -, und sie trocknen nicht nur viel schneller als die üblichen Frottee-Tücher, sondern nehmen auch weniger Platz ein. Echte Multitalente sind auch große Tücher: da kannst du dich im Flugzeug drunterkuscheln, am Strand drauflegen, zum Sonnenschutz für den Kopf umfunktionieren, als Kopfkissen nutzen oder ein Kleid draus binden. 

Außerdem erfolgt an dieser Stelle der alte Tipp: packe Kleidungsstücke ein, die zueinander passen und daher gut kombinierbar sind. Dafür kannst du auch vorher schonmal den Wettertrend am Zielort einsehen. Und auch der Platz in den Schuhen lässt sich nutzen, um Unterwäsche und Socken unterzubringen. 

Nicht vergessen: auch woanders kannst du noch Sachen kaufen, die du vergessen hast oder die du nur eventuell brauchst. Wenn du Dinge nur "Just-in-Case" einpackst, kann es sein, dass du sie durch die Weltgeschichte schleppst und ungenutzt wieder zuhause auspackst - das ist ein bisschen überflüssig. 

4. Wie spare ich Gewicht und Platz?

Zu viel Gewicht kann auf Reisen nicht nur Geld kosten, sondern auch dem Rücken schädigen. So oder so lohnt es sich, Gewicht zu sparen. 

  • Pdf-Reiseführer statt analoger Reiseführer in Buchform
  • ein paar wirklich bequeme Schuhe statt drei verschiedene Paare
  • aufblasbares Nackenkissen statt unförmiges Stoffkissen
  • E-Reader statt jedes Buch einzeln
  • Cloudservice statt externe Festplatte
  • der Föhn bleibt zuhause
  • Sonnenhut am Urlaubsort kaufen
  • Allzweckseife für Haut, Haar und Wäsche
  • Ziphose statt zwei Hosen

5. Was muss beim Security Check greifbar sein?

Wenn du durch den Security-Check gehst, solltest du deinen Flüssigkeiten-Beutel, deinen Reisepass und dein Boardticket greifbar haben. Den Rest erledigt die Durchleuchtungsmaschine und das Personal am Flughafen. Wenn du keine Lust hast, am Flughafen gefühlte 100 Euro für eine Flasche Wasser auszugeben, kannst du eine leere Wasserflasche mit durch die Kontrolle nehmen und im Gate-Bereich wieder auffüllen. Dafür solltest du dich vorher informieren, ob das Leitungswasser in deinem Abflugland genießbar ist. In Kuba, Indien oder Südafrika ist diese Maßnahme tatsächlich eher weniger gesund.

 Je nachdem, von wo du abfliegst, musst du zur Kontrolle die Schuhe ausziehen - Life is easier in Flip-Flops. Außerdem solltest du den Standard vorbereiten: Hosentaschen leeren, Gürtel aus der Hose ziehen, Laptop/Powerbank/Glätteisen in eine Extrawanne legen, Jacke ausziehen. Dann sollte beim Check alles glatt gehen. 

Wenn der Platz und das Gewicht dann komplett ausgereizt sind, hilft nur noch eins: dreist sein, Augen zu und durch. Zum Beispiel mit folgendem Trick: Einfach alles anziehen, was geht - du musst nur durch den Check-In und die Sicherheit kommen, danach kannst du den ganzen Krempel wieder ausziehen und in deinen Taschen verstauen. Lage über Lage, zwei Jacken und Kleinkram in deiner Jackentasche: Das ist der Schlüssel zum Erfolg.
Oft ist es auch okay, wenn du neben deinem Handgepäck einen kleinen Leinenbeutel oder eine Plastiktüte dabei hast, in der du deine wichtigen Dokumente, den Laptop oder ein Buch mit dabei hast. Wenn du darauf aufmerksam gemacht wirst, dass du nur eine Tasche mitnehmen darfst, kannst du auch für diese zwei Minuten eine Tasche in die andere packen und dir das Gewühl unter den Arm klemmen. 

Ein paar letzte Tipps zum Thema Sicherheit

Es ist eigentlich nie verkehrt, Taschendieben keine Chance zu geben. Dabei hilft eine Bauchtasche. Das muss gar nicht so ein hässliches, dickes Gerät, sondern kann auch eine dünne Tasche aus BH-Stoff sein, die sich auch in die Hose stopfen lässt. Vor allem Ausweisdokumente und Kreditkarte sollten darin Platz finden. Außerdem solltest du eine Kopie deines Reisepasses etc. in der Unterkunft haben. Handtaschen sollten einen robusten Riemen haben und es lohnt sich, sie nah am Körper zu tragen - aber ohne zu verkrampfen. 

Weniger interessant für Diebe bist du, wenn du das typische Touriverhalten etwas eindämmst. Hilflos auf der Straße rumstehen ist genauso eine Einladung für Abzocker wie eine übergroße Kamera an einem leicht durchschneidbaren Bändel. Auch die Bauchtasche sollte deswegen unsichtbar getragen werden. Die meisten Einheimischen warmer Länder brauchen auch nur einmal straßenwärts zu schauen, um festzustellen, wer ein Tourist ist: die mit den Socken in offenen Schuhen. 

Das alles sollte jetzt aber keinen Anlass zur Panik geben - eine Mischung aus gesunder Skepsis und Interesse an der neuen Umgebung ist wahrscheinlich die Basis für jede schöne Reise. Die auch du haben sollst!

Wir wünschen dir eine tolle Reise mit wenig Gepäck und vielen schönen Erlebnissen!


Wenn du nach weiteren Reisetipps suchst, kannst du dir unsere Travel Hacks mal anschauen.