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Streaming-Dienste im Pony-Test: Netflix, Amazon und Co

 11. Juli 2018
Katrin in Urlaub & Freizeit
Unser Nutzungsverhalten bei Filmen und Serien hat sich grundlegend geändert: Heute guckt man Netflix, Amazon Instant Video oder Maxdome statt das Fernsehprogramm. Doch welcher Streaming-Dienst ist der Beste? Wir haben verglichen.

So jung dieser Markt ist, so unübersichtlich ist er momentan auch noch. Das ist toll für den Wettbewerb, macht aber die Entscheidung nicht unbedingt einfacher, wenn man dann doch nicht die Kohle für „alle“ hat. Welcher Anbieter hat das größte Angebot?, fragen wir uns also. Wer hat die beste Qualität? Und den besten Preis sowieso?

Das Gutscheinpony ist losgetrabt und hat die bekanntesten und größten Dienste verglichen: Wir beantwortet eure drängendsten Fragen. Und bieten praktische Gutscheine und Rabatte dazu an - einfach unseren Links folgen und freuen und sparen!

Kampf der Bezahlmodelle: Flat oder Pay-per-View?

Der Nutzer soll es nicht zu einfach haben, denken sich die Anbieter und lassen ihn zuerst zwischen zwei verschiedenen Bezahlmodellen der Video-on-Demand-Dienste entscheiden. Den weitaus größten Teil am Markt machen die Flatrate-Varianten aus, bei denen man einen festen monatlichen Grundpreis blecht und dann so viel konsumieren kann, wie man möchte. Netflix, Amazon Instant Video, Maxdome, Watchever und Snap by Sky sind solche Dienste. Sie werden den Mammutteil unseres Testes ausmachen.

Andere Angebote lassen hingegen das alte Videotheken-Gefühl aufleben, indem sie uns pro Einzeltitel bezahlen lassen. Pay-per-View heißt dieses Modell. Die bekanntesten Vertreter dieser Sparte sind iTunes, Videoload und Google Play. Die Filmauswahl ist meist größer, die Preise dafür aber etwas sportlicher. Anbieter wie Amazon, Maxdome oder Snap sind Hybride in dieser komplizierten Welt und bieten neben dem Flatrate-Angebot auch die Möglichkeit an, gewisse Filme einzeln auszuleihen.

Netflix — der große Bruder in Amerika ist immer noch besser

Seit September 2014 gibt es die deutsche Dependance des internationalen Marktführers Netflix nun schon: 30 Tage kann man den Dienst kostenlos probieren, danach wird es teurer. 7,99€ kostet das Basis-Abo des Konsums in SD-Qualität, für 10,99€ bekommt man HD und die Möglichkeit, das Ganze auf zwei Geräten gleichzeitig schauen zu können (Standard-Abo). Das Familienangebot für vier Geräte und „Ultra-HD“ für ausgewählte Filme kostet 13,99€ (Premium-Abo). 2018 wurde außerdem das neue Ultra-Abo eingeführt, mit dem man für 16,99€ monatlich auf vier verschiedenen Geräten gleichzeitig gucken kann.

Amazon Instant Video — Vollgas innerhalb nur eines Jahres!

Es hat Einiges an Zeit gedauert, aber seit Amazon Instant Video sich Lovefilm einverleibt hat und Teil von Amazon Prime geworden ist, ist der Dienst innerhalb von nur einem Jahr zu einem unangefochtenen Marktführer auf dem Video-on-Demand-Markt geworden. Der Preis von nur 49€ im Jahr mag dazu beigetragen haben (Abos bis 2017) — zudem bucht man Amazon Prime mit Vorteilen für Nutzer des Shoppingportals inklusive dazu. Ab 2018 wird Amazon Prime teurer: Ganze 69€ kostet das Abo für neu abgeschlossene Deals, alte Abos werden erst ab Ablauf teurer. Dafür kannst du aber auch Prime inklusive aller weiteren Amazon Prime-Dienste kostenlos ausprobieren! Pro Monat deutlich günstiger als netflix, auch der Probemonat ist gratis.

Doch was bietet Amazon Instant Video wirklich? Wie Netflix wird eine Anzahl von Titeln in UHD-Qualität angeboten, die meisten im deutschen Raum.  Mit ca. 3.200 Titeln steht man vom Umfang her hinter Maxdome an zweiter Stelle. Und für die lange Bus- oder Bahnfahrt können Titel für den Offlinegebrauch temporär heruntergeladen werden. Nervig hingegen stößt auf, dass nur ein Teil der Titel in Originalsprache zu haben ist, ein No-Go für ernstzunehmende Cineasten.

Sky Online — ehemals Snap by Sky

Als Netflix sich zum deutschen Markt aufmachte, wachte Sky auf und senkte den Preis für seinen Video-Streaming-Dienst drastisch auf 3,99€ im Monat. So war Snap by Sky preislich der absolute Vorreiter auf dem deutschen Markt. Leider konnte der Dienst auch nur ca. 1200 Titel auf der Agenda verbuchen und war nicht wirklich erfolgreich.

Seit ein paar Monaten hat Sky den Dienst Snap eingestellt und beschränkt sein Online-Angebot auf Sky Online. Fast jeder Titel ist hier sowohl in der Originalsprache als auch auf deutsch erhältlich — ein Angebot, ohne das ein Filmliebhaber dem Dienst den Rücken kehren müsste. Das günstigste Paket nennt sich Sky Online Entertainment, beinhaltet Serien sowie Sportnachrichten und Dokus, und ist ab 9,99€ zu haben. Ein Paket, in dem auch (sehr aktuelle) Filme enthalten sind, kostet dagegen happige 14,99€ im Monat. Aktuell gibt es ein Summer-Special, mit dem man im Sommer 2018 die Hälfte des Geldes sparen kann, kostet 12,49€ monatlich.

Maxdome — maximale Auswahl zum durchschnittlichen Preis

Maxdome kostet 7,99€ im Monat, ist monatlich kündbar und preislich unter Netflix im Jahr 2018. Auch hier kann der Probemonat völlig kostenlos ausprobiert werden. Aber mit einem Angebot von über 5.700 Filmen und Serien ist Maxdome derjenige mit dem größten Repertoire im Testfeld. Zusätzlich zur Flatrate bietet das Unternehmen der ProSieben-Sat.1-Gruppe an, Filme oder Serien einzeln zu leihen oder zu kaufen. Der Preis für den Kauf eines einzelnen Titels liegt hier aber gerne mal beim Preis eines gesamten Monatsabos, die Leihe ist mit bis zu 4,99€ ebenfalls ziemlich teuer.

Als weiteres Gadget bietet Maxdome das Paket Maxdome Live an, wo man auf aktuelle Fernsehunterhaltung der Muttersender zurückgreifen kann. Ein weiteres Special ist, dass die Maxdome Streams im ICE geguckt werden können - wir sind gespannt auf die Erfahrungswerte!

Ganz klar: Da geht noch was

Der klare Sieger nach Punkten in unserem kleinen Praxistest ist Netflix. Von den 10 gesuchten Titeln waren ganze 8 abrufbar (kein Game of Thrones und Mad Men). Mit gemessenem Abstand finden sich danach Amazon Instant Video und Sky Online, die 5 Titel auf der Habenseite führen. Weiter unten finden sich Maxdome (4/10) und Watchever (3/10). Hier zeigt sich einmal mehr, dass Masse nicht unbedingt Klasse ist. Von den beeindruckenden 5.700 Titeln in der Maxdome-Bibliothek sind wohl nicht alle so interessant wie diejenigen bei Netflix.

Dazu müssen wir anmerken, dass wir für unseren Test nur Titel ausgewählt haben, die bei mindestens bei einem der Anbieter zu haben waren — aktuelle Filme und Serien werden häufig noch gar nicht angeboten. Sky Online scheint hier langsam eine Ausnahme zu werden. Auch die Stiftung Warentest untersuchte das Angebot und machte die Entdeckung, dass noch keines der Onlineangebote mit einer klassischen Videothek mithalten konnte.

Wer ganz besondere Titel im Blick hat, kann bei werstreamt.es schauen, wo es die zu gucken gibt.

Pay-per-View — die Mitbewerber

Auch das klassische Modell, in dem man pro Titel, den man kauft oder leiht, zu zahlen hat, wollen wir im großen Zitronenzauber-Test nicht aussparen. Webseiten wie Videoload, iTunes etc. bieten Filme zum Kauf an, was bedeutet, dass man den Film entweder unendlich oft online streamen oder auf die eigene Festplatte herunterladen kann. Beim Leihmodell steht der Titel für eine begrenzte Zeit online zur Verfügung.

Diese Dienste stellen sich eher gegen die klassischen Medien wie DVD, Blu-Ray und VHS. Hier muss nicht der Weg in den Laden angetreten, sondern kann direkt von der heimischen Couch aus in den Entertainmentgenuss eingetaucht werden. Um sich offensiv von den Flatrate-Modellen abzugrenzen, wirbt Videoload beispielsweise mit einer Blockbuster-Garantie, ein Versprechen, das bei einer Videothek mit 15.000 Titeln unschwer zu glauben ist. Auf Plattformen wie diesen wird ein Film nach dem Kinorun häufig schon vor DVD-Release veröffentlicht.

Videoload

  • sehr großes Angebot mit 15.000 Filmen und Serien
  • Vorreiter in Deutschland
  • günstige Mietpreise (ab 0,99€ pro Einzelabruf)
  • Seite gelegentlich unübersichtlich

iTunes

  • gute Auswahl (8.000 Filme und Serien)
  • für Apple-Jünger einfach zu bedienen…
  • …für alle anderen aber umständlich
  • angezogene Preise (Verleih: 0,99€ – 4,99€ / Kauf: 3,99 € – 16,99€)

Wuaki.tv

  • Titel manchmal in UHD-Qualität
  • einzelne Filme für umsonst
  • aktuelle Film- und Serienauswahl…
  • …dafür aber recht gering bemessen (ca. 1.000 Titel)
  • gehobene Preise (Verleih: 1,99€ – 3,99€ / Kauf: 7,99 € – 16,99€)

Viewster

  • zum Teil kostenlos dank Werbefinanzierung
  • Animefans kommen auf ihre Kosten
  • Anmeldung per Facebook
  • mediokrer Support
  • Sortiment klein (2.000) und wenig aktuell

Videobuster

  • 30 Tage kostenlose Probezeit
  • Webseite einfach und übersichtlich
  • Auswahl aktuell und groß
  • hauptsächlich werden DVDs und Blu-Rays verliehen…
  • …dementsprechend gering ist leider das Streaming-Angebot

Google Play

  • Filmauswahl groß und aktuell
  • manchmal kostenlose Angebote
  • gehobene Preise (Verleih: 0,99€ – 4,99€ / Kauf: 3,99 € – 16,99€)

Fazit

Alles in allem lässt sich zusammenfassen, dass das präsentierte Angebot der neuen Streaming-Videotheken noch deutlich Luft nach oben hat. Trotz dieser Einschränkungen schlägt sich Netflix unter den getesteten Angeboten am Besten. Sowohl die Breite des Angebots als auch die Qualität der Titel wussten zu überzeugen. Maxdome beispielsweise konnte trotz der großen Auswahl bei der qualitativen Untersuchung nicht mit der Konkurrenz mithalten.

Preis-Leistungssieger ist eindeutig Amazon Instant Video, das mit ca. 4€ im Monat (bis 2018) ein solides Angebot an Filmen und Serien für den Flatrate-Gucker bereithält, sowie das Angebot durch eine Pay-per-View-Option komplettiert. Eine Einschränkung ist hier aber, dass viele Titel nicht im Originalton erhältlich sind.

Gerade Liebhaber des Kunstfilmes werden sich hier sehr wohl fühlen. realeyz.de ist ein Portal, auf dem für 5,50€ hauptsächlich deutsche Indiefilme angeboten werden. Die Auswahl hier ist ungewöhnlich und interessant, wenn auch nicht ganz so umfangreich und eventuell etwas zu "indie" für viele Geschmäcker.

Im Endeffekt ist es eine Geschmacksfrage, welchen Anbieter ihr bevorzugt. Jeder hat seine besonderen Vor- und Nachteile. Welchen Anbieter mögt ihr? Teilt es uns gerne in den Kommentaren mit.