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Mit Yoga Loslassen lernen

 4. Juli 2018
Katrin in Urlaub & Freizeit
Unser Leben ist geprägt von Situationen, durch die wir lernen müssen, loszulassen. Die Situation so anzunehmen, wie sie ist, ohne sie verändern zu wollen - was wir ja meistens auch gar nicht beeinflussen können. Wir lernen, Dinge hinzunehmen, die wir nicht ändern können.

Neues Jahr, neue Vorsätze? Diese müssen nicht immer Sport, Abnehmen oder Muskelaufbau sein - auch Stress-Abbau ist zur heutigen Zeit ein wertvolles Lebensziel. Nicht umsonst laufen die Yoga-Studios weltweit über, und die Anhängerschaft der Yogis wächst. Doch worum geht es der jahrtausende alten Sportart eigentlich? 

Unsere Gastautorin und Yoga-Lehrerin von Ganzwunderbar teilt hier ihre Sicht auf die indische Lehre.

Warum Yoga?

Aus Angst etwas zu verlieren, vor dem Ungewissen und Neuen fällt das Loslassen oft schwer. Ungewohnte Dinge, mit denen wir keine Erfahrung haben und die wir noch nicht in unserem gewohnten Alltag sowie Umfeld kennen, wirken einschüchternd - und verhindern das Loslassen. 

Oft denken wir, dass wir das „alte Gewohnte" wiederhaben wollen, anstatt das „neue Unerfahrene" auf uns zukommen zu lassen. Yoga kann uns dabei helfen, die gewohnten Fahrwasser zu verlassen, um zu neuen Ufern aufzubrechen. Denn genau das sind die Erfahrungen, an denen wir wachsen und Neues lernen.

© ganzwunderbar.com

Lebe nicht in der Vergangenheit

Ich höre immer wieder, wie Menschen der Vergangenheit nachweinen und sich damit selbst quälen. Wir leben nicht in der Vergangenheit, sondern im Hier und Jetzt, dort, wo neue Lebensabschnitte beginnen. Das muss nicht heißen, dass diese schlechter sind. 

Wenn du loslässt und dich komplett auf das Jetzt einlässt, erkennst du die guten Seiten an der Situation. Wer zu sehr mit seiner Vergangenheit verstrickt ist und nicht loslassen kann, den hindert der Schmerz an dem Gestalten des neuen Lebensabschnittes. Das ist in meinen Augen verlorene Zeit. Kostbare Zeit, die nicht zurück kommt, egal wie sehr man daran glaubt und es sich wünscht.

© ganzwunderbar.com
Loslassen für das Glück

Das ganze Leben ist ein Lernprozess. Lernen loszulassen gehört wahrscheinlich zu unseren größten Lernprozessen. Loslassen, was uns nicht gut tut, um ein erfülltes und glückliches Leben zu führen. Achtsam mit seinem Körper und seinen Gedanken umgehen. 

Wenn die Angst überwiegt, bleibt man in dem Festhalt-Prozess stecken. Solange man nicht lernt, diesen abzulegen, bleiben die negativen Aspekte des Nicht-Loslassens präsent. Durch Schmerzen, Trauer, Wut und Unwohlsein!

Wenn du es jedoch schaffst, loszulassen, bist du frei für Neues. Und genau das solltest du dir vor Augen führen - und kannst dies mit Yoga lernen.

Durch Yoga Loslassen lernen

An sich selbst Glauben lautet das Motto. Erst wenn du genug Vertrauen in dich und dein Handeln hast, kannst du auch loslassen. Wenn du darauf vertraust, dass alles gut wird, fällt es dir nicht so schwer, dich auf neue Situationen und Lebensabschnitte einzulassen. 

Yoga hilf dir dabei, dein Selbstvertrauen zu stärken und loszulassen.

Yoga ist nicht nur ein physischer Prozess, sondern auch ein geistiger. Körper und Geist werden geschult und im Laufe der Jahre durchgehst du mehrere körperliche sowie geistige Prozesse. 

Du findest zu dir selbst, bringst deine Gedanken zur Ruhe und baust Selbstvertrauen auf. Beim Yoga übst du das Hinnehmen sowie Loslassen, und du kannst dies in dein Leben und deinen Alltag integrieren.

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Über die Jahre kann Yoga dein Leben in vielen Belangen zum Positiven verändern. Dein Körper zeigt dir, bis zu welchem Grad du Übungen durchführen kannst und wie weit deine Muskeln mitmachen. Das ist die Entwicklung hin zur Annahme des Körpers, wie er in diesem Moment ist. 
Diesen Lernprozess projizierst du schließlich im Laufe deiner Yoga-Karriere auf dein Leben und deinen Alltag.

Welche Yoga-Übungen helfen beim Loslassen?

Führe die Übungen immer vorsichtig und nicht erzwungen aus. Der Körper sagt dir, wie weit du gehen kannst. Sei achtsam!

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Loslassen im Balasana (Haltung des Kindes)

Du kannst wie gewohnt deine Yogaübungen machen und dich zwischendurch einfach mal in die Haltung des Kindes begeben. 

Du kniest auf deiner Yogamatte, der Fußspann liegt auf der Matte und zeigt nach hinten. Dein Kopf liegt mit der Stirn auf dem Boden, dein Rücken bildet einen angenehmen Buckel, die Arme sind locker parallel zu deinem Körper nach hinten positioniert. Verweile für ein paar Atemzüge in dieser Position und entspanne dich. Lass deine komplette Muskelspannung los und konzentriere dich auf deine Atmung!

Loslassen im Sharvangasana (Schulterstand)

Lege dich bequem auf deine Yogamatte, spanne den Bauch an, schiebe deinen Rücken, deine Beine und deinen Po Richtung Decke. Stütze deinen Rücken mit deinen Armen und halte dein Gewicht auf den Schultern. Halte diese Umkehrübung so lange wie möglich. Deine Muskeln sind auf Spannung. Umkehrübungen helfen dabei, Stress abzubauen und verjüngen durch den entgegengesetzten Blutfluss den Körper! 

Danach kommst du ins Shavasana (entspannende Liegeposition) und lässt alles an Spannung los.

Loslassen im Meditationssitz

Setze dich in den Schneidersitz, den Rücken gerade, Brust raus, die Arme gestreckt auf die Knie gelegt. Zeigefinger und Daumen berühren sich, die restlichen Finger sind gespreizt. Atme nun in den Brustkorb, Bauch nach innen gezogen, und konzentriere dich auf die Atmung. 

Bleibe im Hier und Jetzt. Wenn du merkst, dass du in Gedanken versinkst, schiebe sie achtsam beiseite und konzentriere dich erneut auf deine Atmung.

Im Hier und Jetzt leben

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Lass los, gib dem Leben eine Chance, bei dir neue Türen zu öffnen. Und du wirst sehen, dass es viele Überraschungen für dich parat hält. Habe Vertrauen in dich und sieh positiv in die Zukunft. Die Vergangenheit kann ruhen, das Hier und Jetzt zählt und schreibt deine Zukunft!

Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich freuen, dich auf meinem Yoga- und Lifestyleblog Ganzwunderbar wieder zu sehen!

Namaste
Melanie