Karnevalseröffnung am 11.11.2011 um 11.11Uhr wird wieder Gejeckt!

Familie & Freizeit von Claudia am 11.11.2011

Jeder Jeck ist anders..oder wie sagt man noch in Kölle? Am 11.11. beginnt wieder der Karneval! ‚Helau!‘ möchte man da am liebsten laut ausrufen und mit Süßigkeiten um sich schmeißen. Aber in einem Berliner Büro bekommt man nur unverständliche Blicke. Also sollte man lieber nach Köln fahren wenn man auch abjecken möchte.  Aber woher kommt der Karneval eigentlich? Dieser deutsche Brauch dreht sich um die Narren im 19. Jahrhundert, die dazu beitrugen, die lokalen Machthaber zu verspotten. In Mainz zum Beispiel, hatte man sich über die Franzosen lustig gemacht.  Wärend in Köln Spaß auf Kosten der Preußen betrieben wurde. Noch heute sind dies so die Karnevalhochburgen. Besonders im Rheinland erinnert dies an die Zeit von 1823. Der Krieg gegen die Franzosen war gerade vorbei und es gab wieder einen Karnevalsumzug. Da die Bürgerwehren entwaffnet waren, haben sie die Besetzer verspottet und sind als Parodie über diese, mit komisch bunten Uniformen und Gewehrimitaten mit Blumen im Lauf, durch die Stadt marschiert. So haben noch heute viele Menschen die Kleider an, wie man sie damals trug. Man kann Soldatenkleidungen, aber auch schöne Kostüme sehen. Mit lustigen Festen in großen Häusern, in denen sogenannte Sitzungen stattfanden, herrscht Ausnahmezustand.

Quelle: anicursor.com

Aber warum wird am 11.11. gefeiert? Dies hängt auch wieder mit dem Mittelalter zusammen. Denn die ‚11‘ galt schon immer als Närrische Ziffer. Auch ist sie eine Zahl größer als die 10 Gebote und eine niedriger als die Jünger Jesu. Am 11. sollen die Narren erwachen und damit beginnen ihre Veranstaltungen für die Faschingszeit im Januar vorzubereiten. An dem Tag im November, soll eine Welt gezeigt werden, die es so nicht gibt. Die Ordnung soll aufgehoben und die alltägliche Norm überschritten werden. Und weil die Zahl 11 schon in der christlichen Mythologie immer auf Sünde verwies, passt dies ja auch ganz gut. So wird also die sündige Zeit ausgerufen, durch die Übernahme der Macht, durch den Karnevalsprinzen. Das Ganze ist auch noch mit dem ausrufen der Kussfreiheit verbunden, die symbolisch für den Beginn des ausschweifenden, sitten- und tugendlosen Lebens während der ‚5. Jahreszeit‘.   Eine Besonderheit stellt in Mainz der ‚politisch-literarische Sitzungskarneval‘ dar. Er leitet sich von der französischen Revolution ab.

Viele Akteure stellen ein Abbild des Revolutionstribunals dar. Auch die Narrenkappe lehnt sich an die Jakobinermütze an und die Zahl 11 wird als Abkürzung ELF- Egalité, Liberté, Fraternité interpretiert. Der unorganisierte und ausschweifende Karneval im Rheinland war dem Bürgertum der preußischen Zeit ein Dorn im Auge. Auch war er meist eine Sache der niederen, sozialen Schichten und der Handwerker. Mit der Gründung der ersten Karnevalsgesellschaften und des Festkomitees Kölner Karneval 1823 wurde der Kölner Karneval in geregeltere Bahnen gelenkt. Trotzdem wird natürlich weiter ausschweifend gefeiert am 11.11. Und dieser Brauch hat bis heute abgehalten.

Die Zeit vom 12. November bis 5. Januar bleibt aber selbst in den Hochburgen entlang des Rheins weiterhin vorwiegend karnevalsfrei, was sich aus der erwähnten vorweihnachtlichen Fastenzeit, der Rolle des Novembers als Trauermonat und dem besinnlichen Charakter des Advent erklärt. Soweit von einer ‚Vorverlagerung‘ des Karnevalsbeginns oder von einer ‚Saisoneröffnung‘ am 11. November gesprochen wird, ist dies daher zumindest irreführend. Lediglich für den Beginn der Vorbereitung wurde 1823 von einem Komitee beschlossen dies am 11.11. zu machen. Nach dem Start der Vorbereitungen wird dann erst wieder im Februar in der Fastnachtswoche weiter Genarrt. Den Höhepunkt erreicht die Faschinszeit in der eigentlichen Fastnachtswoche vom schmotzigen,unsinnigen oder auch glombiga Donnerstag. Wobei Schmotz sich vom Schmalz ableitet, was auf in Schmalz gebackene Fastnachtsküchle hinweist. Beziehungsweise dann die Weiberfastnacht über den Nelkensamstag, Tulpensonntag, Rosenmontag bis zum Festnachtsdienstag, auch Veilchendienstag genannt. Dabei gibt es insbesondere am Rosenmontag entsprechende Umzüge – wobei sich Rosen ursprünglich nicht auf die Blume, sondern auf das Verb rasen bezog. Anderen Interpretationen zufolge verdankt der Rosenmontag seinen Namen dem vierten Fastensonntag, dem Rosensonntag. Das Ende stellt dann der Aschermittwoch dar. Wann der ist, kommt darauf an wie das Osterfest gelegt ist. In diesem Jahr ist es sogar noch ein viel besonderer Karneval. Denn es steht eine 11 mehr auf dem Datum. In diesem Jahr am 11.11.2011 um 11.11 Uhr wurde die Jecken Saison eröffnet. Es wird in vielen Städten in Deutschland gefeiert und unzählige Straßenumzüge finden in den Ortschaften Deutschlands statt. Auch werden viele Büttenreden gehalten. Auch kennt jeder den aus dem 19. Jahrhundert stammenden Ausruf ‚Kölle Alaaf‘, was so viel heißt wie ‚Es lebe Köln‘. Spätestens seit Jürgen von Big Brother, hat es dieser ehemalige Trinkspruch  in die letzte Ecke Deutschlands geschafft und man verbindet es mit Karneval. In diesem Sinne sollten sich alle bunt Kostümieren und die Eröffnung der Narrenzeit genießen und ausgelassen feiern.