Hypnosetherapie und abnehmen mit Hypnose!

Familie & Freizeit von Claudia am 24.11.2011

Wenn man an Hypnose denkt, fallen einen sicher diese amüsanten Fernsehshows in den USA oder auch im deutschen Fernsehen ein. Da wird einer aus dem Publikum gezogen, wird hypnotisiert und macht dann bescheuerte Sachen, die alle zum Lachen bringen sollen. Peinlich wird’s dann nach der Vorstellung wenn man sieht, was man da gemacht hat. Wer macht sich schon gerne zum Hund oder Papagein. Aber was ist Hypnose eigentlich genau?

Quelle:hpz.com

Der aus dem griechischen stammende Begriff „hypnos“ steht für Schlafen. Der Zustand zwischen wach und schlafend stellt sich in einer Hypnose dar. Dabei ist der Körper tiefenentspannt, jedoch ist der Geist geschärft und voll konzentriert. Geschichtlich gesehen gibt es die Hypnose seit vielen Hunderten von Jahren. Schon bei den Schamanen aber auch mit anderen Kulten hat man sich und andere in Trance gebracht.

Professionalisiert, so wie wir ihn heute kennen, hat dies ein gewisser Herr Mesmer im Jahre 1770, wo er Patienten Magneten auflegte. Durch seinen Erfolg wurde diese Hypnose auch Mesmerismus genannt. Es wird der Wegbereiter der modernen Hypnosetherapie betitelt. Im Englischen blieb das so tief verwurzelt, dass der Ausdruck ‚mesmerize‘ immer noch für hypnotisieren gilt.

Jedoch tat man sich im 18. Jahrhundert sehr schwer damit dies zu beweisen .Viele zweifelten die damalige Technik an. Erst im 19. Jahrhundert gab es dann viele Interessierte, welche die bisherigen Erkenntnisse nutzen, und versuchten weiter zu entwickeln. Beispielsweise hatte Freud oder auch Friedrich Engels Interesse am Mesmerismus.
Hypnosetherapie und Freud
Freund rückte jedoch in Bezug auf den Zusammenhang und dem Nutzen für die Psychotherapie davon ab. Ein Durchbruch gelang dann erst ein Jahrhundert später. Der Psychiater Johannes Heinrich Schultz entwickelte das autogene Training. In den USA hat dann der Psychiater und Psychotherapeut Milton H. Erickson die Hypnose weiter revolutioniert und die moderne, individuelle Form der indirekten Hypnose, wie wir sie heute kennen, geprägt. Daraus resultierte dann auch die neurolinguistische Programmierung. Bei der durch realisieren des alten Verhaltens, eine anschließende Verinnerlichung von neuen Reaktionen im Unterbewussten einsetzt wird.
Hypnostherapie und die verschiedenen Arten
Es gibt verschiedene Arten von Hypnose. Die Tranceinduktion beinhaltet das Einleiten eines direkten oder indirekten hypnotischen Trancezustandes. Das Bewusstsein, was ja kritisch agiert, wird einfach eine aufmerksamkeitsfordernde Tätigkeit auferlegt, sodass diese handlungsunfähig ist. Dadurch gelangt man zum Unterbewusstsein und kann dieses bearbeiten und Anweisungen geben. Wichtig dabei ist, dass die Person sich beim Hypnotiseur wohlfühlt. Bei der direkten Methode wird sich auf eine Sache konzentriert. Dabei nutzt der Hypnotiseur die Sinne, um eine Trance herzustellen. Kennen tun wir alle die Augenfixation. Dabei wird auf ein Objekt gestarrt, vornehmlich in Filmen auf eine Taschenuhr, und man ermüdet. Das ganze kann verstärkt werden durch Karten in Komplementärfarben. Aber auch durch herunter zählen von Zahlen. Dabei kann auch sprachlich auf Anweisungen reagiert werden, die bestimmend sind. Bei der direkten Induktion kann es auch zum Einsatz von Klängen oder Düften kommen. Hierbei muss sich der Proband aber im Klaren sein, dass er passiv agiert und Dominat geführt wird. Für Shows wird gerne die Blitzinduktion genutzt. Hier wird die Trance in wenigen Sekunden ausgelöst. Dabei nutzt man einen Überraschungsmoment und schon ist die Person benebelt und man kann auf ihr Unterbewusstsein zugreifen. Und ruck zuck verwandelt man sich in eine andere Person, ein Tier oder was dem Hypnotiseur sonst noch einfällt. Belegen kann man den Trancezustand heutzutage auch eindeutig durch MRT und EEG. Also kein Hokuspokus, sondern ein nachvollziehbarer Vorgang im Körper. Genutzt wird es unter anderem zur Behandlung von Depression sowie dem Stressabbau und der Steigerung des Selbstwertgefühls.
Hypnose bei Suchtkrankheit und Schlafstörungen

quelle: praxis-danjael.de

Auch bei Suchtkrankheiten oder Schlafstörungen kommt es zum Einsatz. Ganz groß im Kommen ist die Behandlung bei Rauchern zur Entwöhnung oder aber auch die Behandlung von Adipositaspatienten zur Gewichtsreduktion. Vor dem Zahnarztbesuch grault es ja auch vielen. Diese lassen sich dann zur Beruhigung hypnotisieren. Aber was ist da jetzt dran? Klappt das tatsächlich? Rauchen gehört ja mit zu den schwersten Lastern in der heutigen Gesellschaft. Es gibt sehr viele Techniken dem endlich ein Ende zu machen. Nur die wenigsten sind auf Dauer erfolgreich. Durch viele positive Schilderungen wird vermehrt auf Hypnose gesetzt. In der Sitzung greift man auf das Unterbewusstsein zu und es werden Anweisungen erteilt. So redet man einem dann ein, man sei Nichtraucher und habe auch kein Verlangen mehr nach Zigaretten. Dies scheint wohl sehr erfolgreich zu sein, wenn man durch die Foren liest. Es gibt vorwiegend nur Erfolgsgeschichten. Menschen, die jahrzehntelang geraucht habe, sind weg vom Glimmstängel und haben auch kein Verlangen mehr zu rauchen. Schon nach einer Behandlung kann das klappen. Es gibt dafür Einzelsitzungen mit dem Therapeuten, aber auch Gruppensitzungen. Zudem kann man sich CDs und DVDs für Zuhause zur Unterstützung zulegen. Und sollte man dann doch wieder rückfällig werden, geht es wieder ab auf die Liege zu einer erneuten Runde „Unterbewusstsein bearbeiten“ und man ist wieder Nichtraucher.

Abnehmen mit Hypnose

Auch mega erfolgreich kommt das Abnehmen mit Hypnose daher. Angepriesen auf Internetseiten und in Foren kann man garnichts anderes machen, als es in Erwägung zu ziehen. Abgerundet wird das Abnehmen dann durch die „Lebensstil-Intervention“. Das bedeutet dann, dass man seinen Lebensstil so ändert, das man abnimmt. Dem Unterbewusstsein werden Regeln und Verhaltensmuster auferlegt, die vorher nicht eingehalten wurden. Zum Beispiel das man nach 18 Uhr nichtmehr isst. Auch wird einem die Lust auf Süßigkeiten genommen. Dies führt dann tatsächlich dazu, dass man sich an die Regeln hält und abnimmt. Studien haben dieses tatsächlich belegt. Aber natürlich fördert die Hypnose nur den Willen dazu weniger zu essen, sich mehr zu bewegen und einige andere Regeln einzuhalten. Es ist die Umstellung der Lebensgewohnheiten, welche zu einer Gewichtsreduktion führt.

Gefahren bei der Hypnose

Das klingt zwar alles unglaublich Gut. Aber jede Münze hat zwei Seiten. Somit gibt es natürlich auch Gefahren bei der Hypnose. Am krassesten können körperliche Schäden bei einer Show auftreten. Da gibt es zum Beispiel den Trick, der kataleptische Brücke genannt wird. Bei der eine hypnotisierte Person zwischen zwei Stühlen und es sieht aus, als wenn sie schwebt. Dann steigt meistens der Hypnotiseur noch auf die Person rauf um zu beweisen wie standhaft das Ganze ist. Und da liegt auch schon der Hase begraben. Wenn alles gut läuft, hat man nur leichten Muskelkater. Aber es gab auch schon Knochenbrücke, Meniskusschäden und Prellungen. Auch wird behauptet, dass es bei Suggerieren von heißen Gegenständen zu Brandblasen kommen kann. Neben den körperlichen Gefahren können auch seelische Störungen ausgelöst werden. Es besteht die Gefahr von Traumata oder das Auslösen von Ängsten durch die Hypnose. Deswegen ist es wichtig zu einem erfahrenen und seriösen Hypnotiseur zu gehen, um sich böse Überraschungen zu ersparen.