Was sind Bitcoins?

Familie & Freizeit von Arlinda am 03.10.2014

Ein Bitcoin ist eine Währung, ein Zahlungssystem und ein dezentrales Netzwerk. Es ist außerdem eine Software, die etwas erzeugt, dass sich wie Geld verhält.

Bitcoin ist also eine dezentralisierte digitale Währung. Ihr könnt es als eine Art Fremdwährung ansehen. Es braucht keine Banken und keine Regierungen. Bitcoin und das Bitcoin Netzwerk besteht nur aus Menschen, die diese verwenden.

Bitcoins© flickr- Sean MacEntee (CC BY 2.0)

Somit könnt ihr ihn auch als Zahlungssystem ansehen. Ihr kauft und verkauft, nicht wie üblich mit Euro, sondern mit Bitcoins.

Ihr könnt die Bitcoins eintauschen, zwar nicht in einer Bank, aber auf einem online Marktplatz. Der Wechselkurs ist jedoch nicht definiert. Der Kurs ist unstetig, er steigt und fällt an einem Tag um mehrere Prozent.

Wie bekomme ich Bitcoins?

Bitcoins werden über das Internet generiert und verteilt. Ihr könnt auch mitmachen, indem ihr die Bitcoin Miner Software startet. Diese Software benötigt einen gewissen Aufwand, um einen Block von Münzen zu erzeugen. Dieser Aufwand wird automatisch vom Netzwerk angepasst, sodass die Bitcoins immer mit einer vorhersehbaren und beschränkten Rate erstellt werden. Hierfür benötigt ihr allerdings viel Zeit und einen sehr leistungsstarken Rechner, der ununterbrochen arbeitet.

Bitcoins in Münzform© flickr- Antana (CC BY-SA 2.0)

Ihr müsst die digitale Währung nicht unbedingt minen. Ihr könnt sie euch auch auf verschiedenen Seiten verdienen. Diese Seiten bezahlen euch mit Bitcoins, wenn ihr kleinere Aufgaben erledigt. Im Netz findet ihr einige Seiten, die solche Anbieter auflisten, auf denen ihr Bitcoins erhalten könnt.

Wie funktioniert Bitcoin?

Als erstes legt ihr euch ein digitales Portemonnaie, mit Hilfe der Sourceforge Software, an. Nach der Installation wird automatisch eine Adresse für euch generiert sowie eine wallet Datei angelegt, die eure digitale Geldbörse ist.

Anschließend besorgt ihr euch die Bitcoins. Ihr kauft sie euch entweder auf einer anbietenden Webseite oder jemand zahlt bei euch mit ihnen.  Wenn ihr Bitcoins überweisen wollt, dann wird eine automatische Signatur hinzugefügt. Nach ein paar Minuten wird die Transaktion durch einen Miner bestätigt und permanent sowie anonym im Netzwerk gespeichert. Die Bitcoin Software ist offen, das heißt, dass jeder den Quellcode überprüfen kann.

Ein Quellcode ist eine Programmiersprache. Es enthält eine Zusammenstellung von Anweisungen und Informationen. Beherrscht ihr diese Programmiersprache, dann könnt ihr diesen Code verstehen, interpretieren und bearbeiten bzw. verändern.

Der Quellcode der Bitcoins ist deshalb offen, weil einige Nutzer ihre Rechenleistung zur Verfügung stellen, um Bitcoin-Transaktionen zu verarbeiten und das Netzwerk zu sichern. Diese Miner werden für ihre Arbeit mit Bitcoins belohnt. Außerdem können sie beispielsweise durch Transaktionsgebühren verdienen, die die Nutzer zahlen, damit ihre Zahlungen schneller verarbeitet werden.

Die offene Software ist außerdem für die Bestätigung neuer Transaktionen essenziell, da sie nur durch einen mathematischen Beweis zulässig ist. Aus diesem Grund sind auch die leistungsstarken Computer wichtig, denn diese müssen Millionen von Rechenaufgaben pro Sekunde durchführen, um zum einen neue Bitcoins zu erschaffen und zum anderen die Transaktionen zu bestätigen. Ohne diese Bestätigung ist keine Transaktion zulässig.

Bitcoin Mining

© flickr- Gareth Halfacree (CC BY-SA 2.0)

Da der Bezahlvorgang keine Verwaltung durch eine Bank benötigt, erfolgt die Transaktion zwischen zwei Personen schnell und mit einer geringen Gebühr. Dadurch, dass ihr online bezahlt, können die Transaktionen sehr schnell von den Minern geprüft, beglaubigt und abgeschlossen werden.

Ihr könnt die Bitcoins übrigens in jedem Land benutzen.

Der Markt alleine bestimmt durch das Angebot und die Nachfrage den Wert der Bitcoins. Denn Bitcoins alleine haben keinen Gegenwert. Die Frage, wie das überhaupt möglich ist, ist an dieser Stelle durchaus berechtigt. Es läuft wie folgt ab: Alle Nutzer glauben daran, dass Bitcoins Wert sind und desto mehr von ihnen verschickt werden, desto höher ist auch der Kurs. Wenn ihr also einen „guten“ Tag erwischt, dann kostet ein Bitcoin beispielsweise 300 € und an einem anderen Tag 400 €, die Schwankungen sind relativ hoch.

Der Wert der Bitcoins hängt sehr stark von der Nutzung ab. Stellt euch mal 100 Nutzer vor, die zum Bitcoin Netzwerk gehören. Wenn 90 von ihnen die Bitcoins selten benutzen, dann fällt der Kurs stark. Sind aber alle 100 aktiv, dann steigt der Kurs wieder rapide an. Wenn aber 10.000 Nutzer mit Bitcoins handeln und 50 von ihnen inaktiv sind, dann ist die Schwankung der Kurve nicht so drastisch hoch. Die Kurve fällt minimal und der Wert nimmt nicht viel ab.

Wo werden Bitcoins verwendet?

Bitcoins finden immer mehr Anhänger. Die Liste von Anbietern wird dementsprechend stetig länger und ihr könnt in immer mehr Online Shops mit ihnen bezahlen. Ihr könnt damit zum Beispiel Videospiele, Geschenke, Bücher und Server kaufen. Mehrere Wechselstuben ermöglichen euch den Eintausch der Bitcoins in viele Währungen.

bitcoins werden hier akzeptiert

© flickr- Theresa Rios (CC BY-SA 2.0)

Wie versende ich Bitcoins?

Wenn ihr Bitcoins versenden wollt, dann öffnet ihr den Client und klickt auf den Button: „Send Coins“. Anschließend gebt ihr die Bitcoin Adresse des Empfängers sowie den Betrag ein. Außerdem, falls ihr ein Passwort hinterlegt habt, dieses auch. Beachtet aber, dass euer Passwort sicher sein muss und ihr euch dieses merken müsst. Denn habt ihr eure Daten einmal mit einem Passwort gesichert, dann bleibt dieses Passwort auch bestehen und ihr könnt es nicht mehr ändern. Speichert euch dieses Passwort am besten irgendwo ab, wo keiner Zugriff darauf erhalten kann. Nachdem ihr alles ordnungsgemäß eingetragen habt, erhält der Empfänger die Bitcoins binnen Sekunden. Überprüft eure Eingaben vorher, denn man kann die Bitcoins nicht zurückgeben.

Ist die Nutzung von Bitcoins sicher?

An sich ist die Nutzung von Bitcoins relativ sicher, denn der Bitcoin-Client lädt automatisch die Blockkette aus dem Bitcoin-Netzwerk. Diese Kette macht ihn fälschungssicher, weil alle Transaktionen darin enthalten sind. Außerdem werden diese Blöcke von allen Nutzern mit dem  Bitcoin-Client automatisch überprüft und müssen anschließend auf Richtigkeit bestätigt werden, um Manipulationen auszuschließen.

Trotzdem warnt die Bitcoin Seite, dass „Der Handel mit Bitcoins […] ein hohes Verlustrisiko für [euer] eingesetztes Kapital bis zum Totalverlust [birgt].“

Bitcoins© flickr- BTC Keychain (CC BY-NC-ND 2.0)

Ihr solltet also nur die finanziellen Mittel einsetzen, deren Verlust nicht relevant für euer normales Leben sind.

Außerdem sind Bitcoins nicht für Investitionen geeignet, da der Kurs extrem schwankend verläuft und ihr viel Geld damit verlieren könnt. Aus diesem Grund solltet ihr euch bewusst mit allen Risiken auseinander setzten und erst dann entscheiden, ob ihr einen möglichen Verlust verkraftet.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Es gibt 21 Millionen Bitcoins, die aber noch nicht alle gefunden wurden. Die Rechenkraft, die eingesetzt werden muss, steigt immer mehr an. So wird es mit jeder gerechneten Aufgabe deutlich schwieriger, einen Bitcoin zu entpacken. 13.309.300 Bitcoins wurden schon entdeckt (Stand: 25.09.2014). Schätzungen zufolge, wird der letzte Bitcoin 2033 errechnet.