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Willkommen beim Barbier – die perfekte Nassrasur

 10. Juli 2018
Katrin in Lifestyle
Unser Gastautor Peter widmete sich ausgiebig dem Trendthema Bärte: Wie geht die perfekte Nassrasur? Denn diese ist - wenn richtig ausgeführt - eine Kunst für sich . Dieser Guide behandelt das "volle Programm", vom Einweichen des Bartes bis zum abschließenden Eincremen.

 © Shutterstock

Die Rasur gehört beim Mann mit zu den wichtigsten täglichen Pflegeritualen – Manche machen’s hastig, andere fast schon meditativ. Die einen nass, die anderen trocken. In Deutschland ist die letzten Jahre ein regelrechter Kult darum entstanden, wie man es am Besten macht.

Ich will Euch im Folgenden ein einfach gegliedertes Programm vorstellen, welches das komplette Prozedere der traditionellen Nassrasur abdeckt – und mit ein bisschen Übung könnt Ihr es dann mit jedem Barbier aufnehmen, versprochen ;).

Natürlich könnt Ihr jede der einzelnen Phasen verkürzen oder manche zur Not auch ganz weglassen, was sich manchmal nicht vermeiden lässt, wenn man in Eile ist – Dies vermindert dann allerdings die Qualität des Gesamtergebnisses.

I. Den Bart Einweichen

Als Erstes wollen wir die Barthaare von Creme oder anderen Rückständen befreien. Also erst einmal das Gesicht waschen. Anschließend müssen die Haare eingeweicht werden, was am besten mit einem heißen nassen Tuch funktioniert. (Solltet Ihr keines zur Hand haben, genügt auch einfach heißes Wasser.) Das Gesicht kann ruhig leicht rot werden, das ist völlig normal.

Die andere Möglichkeit: Direkt unter die Dusche, und wenn Ihr frisch geduscht und heiß dampfend der Dusche entsteigt, gleich bei Schritt 2 weitermachen.

Das Einweichen entspannt den Haarkanal. Das Haar tritt so weiter aus den Poren und ist dann später leichter zu rasieren.

II. Barthaare Einschäumen

Kommen wir zum zweiten Schritt, dem Einschäumen. Vorab: Für Puristen gibt es nur zwei Möglichkeiten für perfekten Rasierschaum – entweder Rasierseife oder Rasiercreme. Für Rasierschaum aus der Dose werdet Ihr bei den Profis böse Blicke ernten.

In unserem Nassrasur-Guide verwenden wir die Rasiercreme-Variante, weil sie meiner Meinung nach zeitsparender ist und zu ebenso guten Ergebnissen führt wie mit der Rasierseife. Sehr gut ist der Klassiker von Palmolive (Palmolive Rasiercreme). Oder ganz extravagant: Die Taylors of Bond Street Sandelholz Rasiercreme.

© Shutterstock

Ihr braucht für die perfekte Nass-Rasur:

  • Rasiercreme
  • eine Rasierschale aus Porzellan oder Metall
  • einen Rasierpinsel
  • Wasser

Die Rasierschale kurz mit heißem Wasser ausspülen, um sie vorzuwärmen. Dann ca. 3cm Rasiercreme in die Schale und geben und ungefähr 3 Teelöffel warmes Wasser hinzufügen (Augenmaß!).

Im Anschluss mit dem trockenen Pinsel in der Schale „Schaum schlagen“. Das geht am besten mit kreisförmigen, recht schnellen Bewegungen und dauert – je nachdem wie geübt Ihr seid – zwischen 30 und 60 Sekunden.

Falls einmal keine Schale zur Hand sein sollte: einen haselnussgroßen Klecks Rasiercreme direkt ins feuchte Gesicht geben und mit dem nassen Pinsel aufschäumen geht auch.

Noch ein Tipp zum Rasierpinsel: wenn möglich einen Dachshaarpinsel verwenden (so einen zum Beispiel: Edwin Jagger-Dachshaar-Rasierpinsel). Klingt zwar etwas eigenartig, bringt aber mit Abstand die besten Ergebnisse und im am Besten für die Haut.

Nun solltet Ihr mit eingeschäumten Gesicht vor dem Spiegel stehen. Kurz Lächeln und dann gehts weiter 😉

© Shutterstock

So geht die Nassrasur

Beginnen wir mit der Frage, für welchen Rasierapparat Ihr Euch entscheidet. Von ganz billigen Einwegrasierern muss ich abraten. Die sind schlecht für Eure Haut und schlecht für die Umwelt.

Nichts falsch machen kann man mit sogenannten Systemrasierern von Wilkinson oder Gilette, wie dem klassischen Mach 3 Nassrasierer, denn die haben meist drei oder vier Klingen und sind einfach in der Handhabung. Allerdings sollte man bedenken, dass die Ersatzklingen ziemlich teuer sind. Ansonsten gilt: Der persönliche Geschmack ist König – nehmt das Modell, welches Euch am besten gefällt. (Ich hab zuhause diesen hier: Kelvin Nassrasierer)

Nun zur eigentlichen Rasur, bevor der Rasierschaum im Gesicht wieder trocken ist:

Am besten mit einer Hand die Haut spannen und mit der anderen rasieren. Der Winkel der Klinge zur Haut sollte immer ungefähr 30 Grad betragen. Achtet darauf dass Ihr nicht zu sehr aufdrückt. Eine scharfe Klinge sollte so gut wie alleine über die Haut gleiten. Nach jedem Rasierzug die Klinge unter laufendem Wasser ausspülen.

Beim ersten „Durchgang“ rasiert man immer mit dem Strich, soll heißen mit dem Haarwuchs. Beim zweiten dann quer zum Strich. Gegen den Strich geht auch, erfordert aber ein hohes Maß an Übung und führt schnell zu Hautirritationen.

Tastet Euch langsam heran und achtet am Anfang mehr auf sicheres Rasieren als auf gründliches. Und gebt Eurer Haut Zeit, sich daran zu gewöhnen. Das kann bis zu 6 Wochen dauern, falls Ihr das vorher nie gemacht habt.

© Shutterstock

Der Moment danach

Schaumreste mit eiskaltem Wasser abspülen, und das Gesicht mit einem sauberen Tuch abtupfen und an der Luft trocknen lassen.

Abschließend Aftershave auftragen. Brennt leicht auf der Haut, aber das gehört dazu. Falls Ihr grundsätzlich zu trockener Haut neigt, ist es nicht verkehrt, das Gesicht zum Schluss noch einzucremen. Und bitte nicht der Versuchung nachgeben, im frisch rasierten Gesicht rumzufingern, das kann zu Entzündungen führen.

Wie bei allem im Leben gilt: Übung macht den Meister. Lasst Euch nicht abschrecken – Eure Haut wird Euch langfristig dankbar sein!

Happy shaving! 🙂