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Selbsterfahrung Heilfasten – Detox hoch zehn!

 10. Juli 2018
Katrin in Lifestyle
Heilfasten ist, anders als der Verzicht zur christlichen Fastenzeit, nicht religiös motiviert. Es dient hauptsächlich dazu, den Körper zu „reinigen“ – also von Schlacken und unnötigen Giftstoffen zu befreien. Außerdem soll es ein bewusster Verzicht sein, der zu einer neuen körperlichen Selbsterfahrung führen kann. Ja, richtige Hochgefühle und Energieschübe soll es geben. Ob sich eine Woche ohne feste Nahrung wirklich lohnt und wie die Hardcore-Detox-Kur funktioniert, erklären wir euch heute.

Wie fastet man richtig?

Wer denkt, man könnte so ganz nebenbei im Alltag fasten, liegt eher falsch. Vielleicht können manche Menschen während dieser Zeit ihrer normalen Arbeit nachgehen, empfehlenswert ist es aber nicht. Der gesamte Vorgang ist teilweise ziemlich anstrengend und in den ersten Tagen kann man sich schon schlapp und ausgelaugt fühlen. Das liegt daran, dass der Körper stark entgiftet, was erst einmal zu Unwohlsein führen kann. Im Normalfall ändert sich das alles aber ab dem dritten Tag. Anhänger des Heilfastens sprechen sogar von neu gewonnener Energie – wahrscheinlich die, die sonst für die Verdauung aufgebracht wird – und erleben wahre Glücksgefühle.

 © Shutterstock

Wer darf Heilfasten?

Bevor man zu Fasten beginnt, sollte man sich ausreichend mit diesem Thema beschäftigen und sich auch bewusst sein, warum man Heilfasten will. Wer nur Gewicht verlieren möchte, stellt lieber seine Ernährung um und macht Sport. Außerdem hat man die verlorenen Kilos schnell wieder drauf.

Fasten dürfen nur gesunde Menschen, die einen normalen Bezug zum Essen haben. Menschen mit starkem Übergewicht oder Bulimie-Erkrankte sollten auf keinen Fall fasten.
Für Kinder, Schwangere und stillende Frauen ist das Heilfasten oder Fasten generell nicht geeignet und sogar schädlich.
Folgende Personen dürfen ebenfalls NICHT fasten: Menschen mit zu hohem Blutdruck, Krebs, Schilddrüsenüberfunktion oder Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Gicht, Arthrose, Schuppenflechte oder ausgeprägten Allergien.

Klärt am besten zuvor mit dem Hausarzt ab, ob eine Heilfasten-Kur für euch geeignet ist. Gerade wenn man zum ersten Mal fastet ist es ratsam, die Fastenkur mit dem Hausarzt abzusprechen und bei Bedarf ärztlich begleiten zu lassen.

Warum Heilfasten?

Das Fasten in verschiedenen Formen ist ein Bestandteil fast aller Weltreligionen. Das liegt daran, dass man durch den Nahrungsentzug ein viel bewussteren Umgang mit seinem Körper bekommt und so schließlich auch Seele und Geist wieder in Einklang kommen. So heißt es zumindest.

Das Leben ohne feste Nahrung ist eine körperliche Selbsterfahrung und kann Menschen helfen, sich wieder bewusster zu ernähren. Für eine Nahrungsumstellung eignet sich eine Heilfasten-Kur daher sehr. Nach einigen Tagen soll im Körper mehr Serotonin als üblich ausgeschüttet werden, was zu einer inneren Zufriedenheit und Gelassenheit führen kann. Man fühlt sich nach den ersten Tagen (die leider etwas unangenehmer sind) erholt, ausgeruht  und ruhiger. Die Sinne werden geschärft und man fühlt sich mit sich selbst viel verbundener als zuvor. That´s what they say…

 © Shutterstock

Raus mit dem Scheiß!

Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Beim Heilfasten ist es unbedingt nötig, dass euer Darm entleert ist. Alles muss raus!!! Und das geht am besten mit einem Einlauf oder abführenden Salzen, wie Glauber-Salz. Ja, ich weiß – aber es muss trotzdem sein…
Alle Schlacken und Ablagerungen können so nämlich abtransportiert werden und das wiederum erleichtert euch die komplette Fastenzeit. Denn ein entleerter Darm sorgt für weniger Hungergefühle. Und die wollt ihr ja schließlich nicht haben.

An diesem ersten Tag bleibt ihr auch besser zu Hause – warum muss ich wohl nicht erklären. Die Darmreinigung muss danach ungefähr alle zwei Tage wiederholt werden.

Wie funktioniert Heilfasten?

Die häufigste Form des Heilfastens basiert auf der Methode des Internisten Otto Buchinger, dessen Fasten-Kur auf Wasser, Tee, Säften und Gemüsebrühe basiert. Diese Kur hat übrigens nichts mit den „hippen“ Saft-Diäten zu tun und existiert schon seit rund 80 Jahren.

Die Kur dauert mit zwei Entlastungs- und zwei Aufbautagen insgesamt neun Tage. Natürlich kann man aber auch weniger oder mehr Tage fasten.
An zwei Entlastungstagen vor Beginn des Fastens, verzichtet man bereits auf schwarzen Tee, Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten und fettes Essen. Leichte Kost ist angesagt. Dazu mindestens zwei Liter Flüssigkeit.
Am dritten Tag findet die Darmentleerung statt und man nimmt nur noch Flüssigkeit zu sich.
Dann folgen weitere vier Fastentage, an denen mindestens drei Liter Flüssigkeit aufgenommen werden müssen.

Die Tabelle zeigt ein Ernährungs-Beispiel einer solchen Fasten-Kur:

 © heine.de

Tagesablauf beim Fasten

Morgens: am Morgen eignen sich Kräutertees mit Honig oder Agavendicksaft

Mittags: Gemüsebrühe – am besten selbst zubereitete

Nachmittags: Kräutertee oder Wasser

Abends: Obstsaft oder Gemüsebrühe

Außer schwarzem Tee sind eigentlich alle Sorten erlaubt. Allerdings sollte man mit Pfefferminz- und Früchtetee sparsamer sein. Besonders geeignet sind Kräuter-, Fenchel-, Brennnessel- und Melissentee.

Die komplette Fastenzeit wird von leichten sportlichen Aktivitäten, wie Spaziergängen und Yoga-Übungen, begleitet. Auch Wechselduschen oder Massagen dienen zur allgemeinen Steigerung des Wohlbefindens während dieser Zeit.

Nach den fünf Fastentagen gewöhnt man den Körper an zwei Aufbautagen langsam wieder an feste Nahrung. Ein Apfel und eine Gemüsesuppe reichen da schon. Am zweiten Tag dürfen es auch schon Pellkartoffeln mit Quark sein.

Tipp: Nicht übertreiben und nur soviel essen bis man satt ist (gut, dass sollte man eigentlich immer, aber naja…). Weiterhin ausreichend Flüssigkeit zuführen.

Es gibt natürlich auch sinnvolle begleitende Lektüre zum Heilfasten, die nicht nur Rezept-Ideen für Entlastungs- und Aufbautage parat haben, sondern auch Sportübungen und Pflegetipps speziell für jeden einzelnen Fasten-Tag.

Unangenehmes beim Heilfasten

Natürlich können bei so einer radikalen Veränderung der Nahrungsaufnahme auch „Nebenwirkungen“ auftreten, die nicht sonderlich angenehm sind.
Am Anfang stellen sich durch den Entgiftungsprozess häufig Kopfschmerzen, Frösteln und auch Gliederschmerzen ein. Auch das ein oder andere Hungergefühl lässt sich kaum vermeiden. Die Darmentleerung kann unter Umständen unangenehm sein. Im Verlauf der Fastenzeit können Schweiß- und Mundgeruch auftreten.

Das alles sind aber dennoch gute Zeichen, da sie nur den Abtransport von Schlacken und Dingen, die ihr in eurem Körper nicht braucht, signalisieren. Und das dringt eben durch jede Pore.
Während des Fastens baut ihr außerdem nicht nur Fett ab, sondern leider auch Muskeln. Allerdings lassen die sich danach gut wieder aufbauen. Und wer weiterhin auf seine Ernährung achtet, kann Muskeln ohne Fettpölsterchen drum herum aufbauen.

Kann Heilfasten dem Körper schaden?

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) steht dem Heilfasten zum Teil kritisch gegenüber und würde wohl nicht unterschreiben, was Anhänger des Heilfastens daran loben. Denn die entschlackende Wirkung des Fastens kann wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.
Die DGE ist außerdem der Meinung, dass sich in einem gesunden Körper keine Schlacken oder Stoffwechselprodukte ablagern können.

Bei Buchingers Heilfasten wird der Stoffwechsel jedenfalls nicht negativ belastet, da das Fasten keine Null-Diät ist, sondern man durch Säfte und Brühe immerhin bis 500 Kalorien pro Tag zu sich nimmt.

 © Shutterstock

Macht Heilfasten Sinn?

Ein gesunder Mensch, der ohne ärztliche Bedenken eine Heilfasten-Kur vornimmt und diese auch richtig durchführt, kann sich damit eigentlich nicht schaden, sondern fördert einen bewussten Umgang mit Körper und Geist. Das Heilfasten kann einen positiven Impuls für eine Änderung der Essgewohnheiten und des Lebensstils geben. Besonders effektiv soll es übrigens sein, wenn man das Fasten nicht in der gewohnten Umgebung und mit anderen Menschen zusammen macht. Die Gefahr abzubrechen ist hier viel geringer. Wie wäre denn zum Beispiel ein Fasten-Urlaub an der Ostsee? Und wem das alles zu krass und rigoros ist, kann seinen Körper auch durch regelmäßige Detox-Kuren entgiften.

Ich bin auf jeden Fall sehr neugierig darauf und überlege bald mal eine Heilfasten-Kur vorzunehmen. Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Fasten gemacht? Und wenn ja, waren sie positiv oder negativ? Erzählt uns davon!