6 tolle Start-up-Ideen aus Berlin

News von Isabel am 20.08.2016

Sie sind gekommen, um zu bleiben. Nirgends in Deutschland werden so viele Start-ups gegründet wie in Berlin. Die deutsche Hauptstadt gilt als kreativer Schmelztiegel für jeden, der seinen kreativen Firmen-Traum in die Realität umsetzen will. Wie das aussehen kann, zeigen wir euch anhand dieser 6 tollen Start-up-Ideen aus Berlin!

6 tolle Start-up-Ideen aus Berlin

 

  1. Im Gegenteil: Singles vermitteln mit Herz

    „Single oder was?“ fragt das Berliner Online-Magazin auf seiner Internetseite und macht damit binnen Sekunden seinen Standpunkt klar: Wer Single ist, ist bei „Im Gegenteil“ genau richtig. Dabei setzt die Berliner Idee nicht wie die einschlägigen Dating-Apps auf Masse statt Klasse, sondern auf eine ausgewählte Anzahl an Singles auf der Website, die von den beiden Gründerinnen Annelie Kralisch-Pehlke und Juliane Müller „kuratiert“ wird.
    Die beiden Mädels setzen mittlerweile männliche und weibliche Singles in Städten wie Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln und andere in Szene. Und in Szene setzen heißt in diesem Fall liebevoll präsentieren. Seit November 2013 entschleunigt „Im Gegenteil“ das Online-Daten und verleiht den abgestumpften Großstädtern wieder ein Herz und eine Seele.
    Dazu besuchen sogenannte „Porträt-Teams“ der Seite die Singles zuhause, in ihrer gewohnten Umgebung, und schießen wunderschöne Fotos – nicht nur von der Person, sondern auch von kleinen Details aus der Wohnung. Porträt-Teams heißen sie, weil ein Fotograf die Fotos macht und ein Texter einen liebvollen Text mit Infos zum Single, den es zu verkuppeln gilt, schreibt.
    Ergänzt wird der ganze Single-Wahnsinn durch einen Blog mit Lifestyle-Geschichten, Gewinnspielen und Interviews. Außerdem erfahrt ihr dort auch von den Paaren, bei denen es dank „Im Gegenteil“ gefunkt hat. Herzergreifend.

  2. Paprcuts: wasserdicht und reißfest

    Die Zauberformel von „Paprcuts“ heißt „Tyvec“ und wird bei vielen zunächst fragende Gesichter hinterlassen. Der Fakt, dass es sich dabei nur um den Markennamen eines Vliesstoffes aus
    Polyethylen handelt, hilft auch nicht unbedingt viel weiter. Jetzt aber der Clou: Die Jungs und Mädels von „Paprcuts“ machen Portemonnaies, Handyhüllen, Schminktaschen und Kulturbeutel, Federmäppchen, Krimskramskörbchen und Mülleimer, Tabaktaschen, Notizbücher und Kalender sowie Kartenetuis – allesamt aus dem eben genannten wasser- und reißfesten Material („Tyvec“), das sich anfühlt wie Papier!
    Und das Beste an der ganzen Sache? „Paprcuts“ nutzt nicht nur ein extrem umweltfreundliches Material, sondern auch Produktionsstätten im nahen Umkreis von Berlin, wo das Start-up sich seine Sporen verdient. Ihr Lifestyle-Produkt hingegen verlässt Berlin schon in 30 Länder!
    Die Designs der jungen Firma sind modern und minimalistisch. Sie passen so perfekt zu dem recycelten und recycelbaren Material, welches all eure anderen Portemonnaies und Co. überleben wird.

  3. Dubsmash: Promi-Liebling

    „Was mit Video und Apps“ wollten Daniel Taschik, Roland Grenke und Jonas Drüppel machen, als sie sich vor einigen Jahren kennenlernten. Im Oktober 2014 kam dann „Dubsmash“ dabei raus. Eine App, die eigentlich keine Erklärung mehr braucht. Doch? Dann fragt am besten Popstar Rihanna!
    Der Vollständigkeit halber bekommt ihr sie trotzdem auch von uns. Die App liefert euch Tonschnipsel. Das sind u.a. Filmzitate, kurze Songausschnitte oder einfach nur witzige Aussagen, zu denen man selbst ein Video drehen kann – eine Art Mini-Playbackshow für Erwachsene. Euer Video wird dann mit dem Ton verknüpft, so dass Video-Memes entstehen. Diese werden auf dem Smartphone gespeichert und können anschließend per Messenger, Email oder Facebook geteilt werden.
    Jackpot! Erst im Oktober 2014 ging „Dubsmash“ an den Start, 75 Millionen App-Downloads in 78 Ländern, und knapp ein Jahr später geht die erste Finanzierungsrunde für das junge Unternehmen mit 5,5 Millionen Euro zu Ende. Wow.
    Aber nicht nur das bringt das Berliner Start-up weiter, sondern vor allem die riesige prominente Fanbase! Rihanna rief dazu auf, die App runterzuladen. Top-Model Cara Delevingne postet auf Instagram regelmäßig witzige Dubsmash-Videos, und zuletzt hatte auch die „Star Trek“-Crew jede Menge Spaß mit der Berliner App, machte gleich diverse Videos zu Songs der Backstreet Boys oder Michael Jackson.

  4. Amorelie: The Art of Sex

    „Amorelie“ verkauft Sex – nicht den schmuddeligen Fetischkram, den man mit Sexshops à la Beate Uhse in Verbindung bringt, sondern „Casual Sex“. Die Gründer des Sex-Onlineshops Sebastian Pollock und Lea-Sophie Cramer machen das Thema zum Lifestyle und schaffen es mit einem sorgfältig ausgewählten und hochwertigen Sortiment sowie einem Blog, den Durchschnitts-Bürger aus der Reserve zu locken.
    In dem Web-Shop kann man von Sextoys über Dessous bis hin zu Cremes und Gels alles kaufen, was das alltägliche Liebesleben ankurbelt. Und genau da liegt das Erfolgsrezept der Macher: eine junge und moderne, fast schon künstlerische Internetseite entschmuddelt das ganze Geschäft, Blogbeiträge und Ratgeber enttabuisieren das Thema, und dann wäre da noch der fast schon vorprogrammierte Erfolg klassischer E-Commerce-Geschäfte, die diskret sind.
    Der Erfolg gibt ihnen Recht! Anfang 2013 an den Start gegangen, trumpft amorelie.de schon im Herbst mit guten Verkaufszahlen im sechsstelligen Bereich, testet offline erste Pop-Up-Stores und kann sich vor Investoren kaum retten. Im März 2015 dann die große Übernahme – ProSiebenSat.1 hält jetzt 75 Prozent, kaufte alle anderen Investoren aus dem Berliner Start-up raus. Dementsprechend wird jetzt weiter ins Ausland expandiert.
    Wer sich jetzt vor Neugier nicht mehr auf dem Stuhl halten kann, darf gern mal einen Blick auf www.amorelie.de riskieren, aber vergesst nicht euch vorher einen Gutschein bei uns zu schnappen.

  5. Babbel: Wie einem der Schnabel gewachsen ist

    Babbel ist definitiv der Oldie unter den Start-ups in dieser Liste, denn es wurde schon 2007 von Thomas Holl, der die Dependance in den USA (!!) leitet, CEO Markus Witte, CIO Lorenz Heine und dem 2010 ausgeschiedenen Toine Diepstraten gegründet. Im Juli 2015 beschäftigte das Unternehmen insgesamt über 350 Mitarbeiter in Berlin und New York, arbeitet seit 2011 profitabel. Nichtsdestotrotz bekommt der in Berlin gegründete Sprachlerndienst weiter Finanzspritzen, weil ihre Idee einfach so unglaublich gut ist!

    Babbel
    © Babbel

    Insgesamt 14 Sprachen kann man aktuell über das Online-Lernsystem üben. Ob Anfänger oder Fortgeschrittener – jeder kann auf der Webseite sowie auf dem iPad oder über Apps auf dem Smartphone interaktive Online-Kurse belegen. Ein breites Zusatzangebot rund um Wortschatz-Trainer und E-Books machen das Sprachenlernen unterwegs unkompliziert.
    Mehr als eine Million Kunden nutzen Babbel weltweit. Sie lernen auf zeitgenössische Weise eine Sprache mit modernster Technologie und ausgefeilten didaktischen Methoden.

  6. Tandemploy: Teilen auf hohem Niveau

    Zu Zeiten von Foodsharing und Carsharing kann man auch noch eine weitere Sache ziemlich gut teilen – seinen Job! Das fand auch die BBC ziemlich einleuchtend und wählte die zwei Gründerinnen des Berliner Start-ups „tandemploy“ prompt unter die Top100 der inspirierendsten Frauen im Jahr 2015!
    Jana Tepe gründete das Job-Sharing-Portal gemeinsam mit Anna Kaiser Ende 2013 in Berlin. Das Start-up will das traditionelle 40-Stunden-Modell in der Arbeitswelt, vor allem in Führungspositionen, umwerfen. Wie? Indem ein wichtiger Posten nicht von einer Person Vollzeit besetzt wird, sondern von zwei Arbeitsnehmern jeweils in Teilzeit – so simpel und doch genial. tandemploy
    Auf ihrer Online-Plattform bietet das Team nicht nur Unternehmen die Möglichkeit, zwei passende Bewerber auf ihre Tandem-Position zu finden, sondern auch Bewerbern die Chance einen passenden Tandempartner für einen Job zu finden. Das klappt auch in ihrem eigenen Unternehmen – 50 Prozent aller Positionen sind bei „tandemploy“ selbst von Tandems besetzt. Übrigens: „Babbel“, unsere Nummer 5, ist auch auf der Jobsharing-Plattform vertreten.