Burger-Initiative

News von Fabian am 17.02.2016

AN!geblich

ist Fleisch ja tot, also der Verzehr von selbigem. Koksen war 80er, Fleisch essen ist total 90er Jahre. Heutzutage ernährt man sich vegetarisch, mindestens, wenn nicht sogar vegan. Veganer, das sind diese blassen, hageren Typen, die durch Verzicht auf sämtliche tierische Produkte die Welt retten wollen. Da fällt mir ein Spruch meiner Oma ein: „Mien Jung“, pflegte sie zu sagen, „Vegetarier und dieser ganze Hippiekram, das ist alles Quatsch. Vegetarier leben nicht länger, die seh´n nur älter aus!“. Ja, meine Oma war eine weise Frau. Ihr Tod bewahrte sie vor den neuesten Essenstrends, sonst hätte sie sicherlich auch noch den passenden Spruch für alle Hardcore-Veganer und Biofaschisten da draußen auf Lager gehabt. Nun gut, wer die Weltwirtschaftskrise, den Krieg und die Erfindung von Maggisuppen überlebt hat, kann über solche Extravaganzen in der Küche wahrscheinlich nur den Kopf schütteln. Als dann im Zeichen des Wirtschaftswunders endlich genug Geld da war, spiegelte sich der neue Wohlstand auch auf dem Essensteller wider. So lange ich mich erinnern kann, bekam Opa jeden Tag sein Stück Fleisch. Dass der Gute dieses Jahr 95 Jahre alt wird, spricht für sich. Die Message ist deshalb so alt wie die Menschheit: Esst mehr Fleisch!

Burger Fleisch

Es wird Zeit für eine Gegenbewegung und tatsächlich scheint der Trend wieder zurück zu gehen. Zumindest feiert ein zu lange vernachlässigtes Fleischgericht gerade seine Wiederauferstehung, ja einen regelrechten Siegeszug durch die Gourmettempel unserer Republik. Der Burger! Das ist vor allem daran messbar, dass Burgerläden wie Pilze aus dem Boden schießen. Döner, Pizza und Currywurst haben dadurch richtig Konkurrenz bekommen. Ein Burgerladen im eigenen Sinne des Wortes war früher eher die Ausnahme. Lassen wir die zwei Ekelburgerketten aus den USA mal außen vor, konnte man höchstens in der Pommesbude oder vereinzelt auch im Döner um die Ecke an einen Burger kommen. Aber mal ehrlich, dass hat nicht viel mit einem richtigen Burger zu tun. „Schuster bleib bei deinen Leisten“ – wer sich hauptberuflich mit Knoblauch-, Kräuter- oder scharfer Sauce beschäftigt, sollte die Finger davon lassen. Am meisten diskreditiert wurde der Burger durch McDonalds und Burger King. Was einem indische Aushilfskräfte dort als Essen servieren, ist schlicht weg eine Katastrophe. Dazu hätte Oma nicht mal die dritten Zähne einsetzen müssen. Ein bisschen Cola und runter mit der undefinierbaren Masse. Aufgrund dieser inhaltlichen und optischen Verfehlungen ist der Burger völlig zu Unrecht in Verruf geraten. Nur weil er beim Imbiss gegenüber aussieht, als hätte er bereits Phase zwei des Verdauungsvorgangs hinter sich, und bei McDonalds nach Kartonage mit Mayonnaise schmeckt, heißt das ja nicht, dass er an sich schlecht ist. Der Burger ist wahrscheinlich der Vater aller Fast Food-Gerichte. Die Idee ist einfach. Brot, Fleisch, Salat – das klingt doch nach ausgewogener Ernährung. Nur hat man nicht immer und überall Teller und Besteck parat, und um das ganze handlicher zu machen, wurde die uns bekannte Form erfunden, was ja nicht gleichbedeutend ist mit schlechter Qualität. Und genau darauf setzen die neuerdings überall auftauchenden Burgerläden. Qualität statt Quantität lautet das Motto. Während für die großen Ketten nur die Menge der verkauften Ware zählt, überzeugt der Burgerladen um die Ecke mit frischem Salat und Tomaten, teilweise aus Vollkorn hergestelltem Brot, und vor allem mit Qualitätsfleisch.

Kühe Fleisch Burger

Die meisten Vegetarier verzichten ja nicht auf Fleisch, weil sie es nicht mögen, sondern aus ideologischen Gründen. Mitleid, Respekt vor Lebewesen und der Schutz der Tiere bestimmen die Entscheidung. Vor allem die nicht artgerechte Massentierhaltung und die einzig auf Gewinn orientierte, manipulierte Ernährung der Schlachttiere erregen zu Recht den Zorn der Militanten. Wer trotzdem nicht auf Fleisch verzichten möchte, kann entweder ignorant vor den Tatsachen die Augen verschließen, oder beim Fleisch auf die entsprechenden Konditionen achten. Und genau da holen die Burgerläden den verirrten ehemaligen Fleischfresser und jetzt zwanghaft praktizierenden Pflanzenfresser ab. Sie werben mit Bio, Fair Trade und regionalen Produkten. Zudem wird Nähe zwischen Bürger und dem bisher gesichts- und geschmacklosen Burger erzeugt. Doppeldeutige Ladennamen wie Burgermeister, Burgeramt und Burgersteig sollen den Gang über die Schwelle ins Fleischparadies erleichtern. Das Ergebnis gibt den Betreibern Recht, die Resonanz ist entsprechend groß. Wenn wir Menschen uns darauf verständigen, nur noch glückliche Tiere zu verspeisen, ist das mit Sicherheit eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.