28. Dezember 2016
Daniel in News

Was wird passieren, wenn künstliche Intelligenz uns überholt?

Künstliche Intelligenz ist allgegenwärtig und extrem faszinierend, allerdings beschleicht den ein oder anderen auch ein ungutes Gefühl, wenn Erinnerungen an Filme wie „Terminator“, „I Robot“ oder „Matrix“ wach werden… So faszinierend selbstfahrende Autos und Supermärkte ohne Kassen auch sein mögen, der Gedanke an Maschinen, die intelligenter werden könnten als wir, ruft extrem dystopische Visionen vor

Künstliche Intelligenz ist allgegenwärtig und extrem faszinierend, allerdings beschleicht den ein oder anderen auch ein ungutes Gefühl, wenn Erinnerungen an Filme wie „Terminator“, „I Robot“ oder „Matrix“ wach werden… So faszinierend selbstfahrende Autos und Supermärkte ohne Kassen auch sein mögen, der Gedanke an Maschinen, die intelligenter werden könnten als wir, ruft extrem dystopische Visionen vor unserem inneren Auge wach.

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Stephen Hawking ist der Meinung, dass künstliche Intelligenz entweder „das Beste oder Schlimmste werden kann, das der Menschheit jemals widerfahren ist“ und bezeichnet die Gründung eines akademischen Instituts, das vollkommen auf die Zukunft der Intelligenz spezialisiert ist als „absolut wegweisend hinsichtlich unserer Zivilisation und Spezies“.

Geschichte voller Dummheit

Hawking hat einen Vortrag am Leverhulme Centre for the Future of Intelligence (LCFI) an der Cambridge Universität gehalten, einem interdisziplinären Institut, dass sich auf die offenen und bisher unlösbaren Fragen spezialisiert hat, die die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz aufgeworfen hat. „Wir haben sehr viel Zeit darauf verwendet, unsere Geschichte zu studieren, die weitestgehend ein Zeugnis von Dummheit ist, wenn man der Wahrheit ins Gesicht schaut. So gesehen ist es ein willkommener Umschwung, dass Menschen jetzt die Zukunft der Intelligenz erforschen.“

Unvorhersehbare Entwicklung durch Künstliche Intelligenz

Während sich der weltweit renommierte Physiker oft kritisch über künstliche Intelligenz geäußert hat und betont, dass der Mensch der Schöpfer seiner eigenen Zerstörung werden könnte, wenn er eine Superintelligenz mit freiem Willen kreiert, war er auch einer der ersten, der die Vorteile betont, die künstliche Intelligenz bringen kann. „Die potentiellen Vorteile sind riesig,“ erklärt Hawkings. „Wir können nicht voraussehen, was geschehen wird, wenn unser eigener Geist durch künstliche Intelligenz ergänzt wird. Eventuell werden wir es sogar schaffen, durch diese technologische Revolution einige der Schäden rückgängig zu machen, die der letzte große Umbruch verursacht hat – die Industrialisierung. Ganz sicher werden wir es anstreben, Krankheit und Armut endlich aus der Welt zu schaffen.“

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In Kalifornien gibt es eine sogenannte Singularitäts-Universität, eine Plattform, die davon ausgeht, dass es im Jahre 2050 vollkommen autarke Roboter geben wird, die sich selbstständig weiterentwickeln und verbessern können: Sie werden uns zu diesem Zeitpunkt in puncto Intelligenz überflügelt haben. Herkömmlicherweise beschreibt der Begriff Singularität naturwissenschaftliche Größen, die gegen Unendlich tendieren, wie beispielsweise die Massendichte schwarzer Löcher. Der Statistiker I. J. Good übertrug das Konzept 1965 auf die Entwicklung der künstlichen Intelligenz und prägte so den Begriff der technischen Singularität.

Explosionsartige Entwicklung

Er definierte ebenfalls den Begriff der ultraintelligenten Maschine, die jedem noch so begabten Menschen überlegen und dazu in der Lage ist, noch intelligentere Maschinen zu bauen, was dann zu einer exponentiellen Kurve in der Entwicklung der Intelligenz führen würde. Somit wäre die ultraintelligente Maschine die letzte notwendige Erfindung des Menschen. Bei Entwicklungen, die gegen Unendlichkeit streben, sind Ergebnisse generell nicht einzuschätzen, so gibt es bei schwarzen Löchern den so genannten Ereignishorizont, die Grenze, die gesicherte Aussagen unmöglich macht, was sich dahinter befindet. Das gleiche gilt für die technologische Singularität und ihre gesellschaftlichen Folgen, über welche bisher nur gemutmaßt werden kann.

Objektive Regierung durch künstliche Intelligenz

Relativ hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass technische und wissenschaftliche Probleme sehr viel effizienter und rationaler zu lösen wären und sich die allgemeinen Lebensbedingungen der Menschheit so verbesserten. Künstliche Intelligenz könnte bestimmte Teile der Regierungsgewalt übernehmen und somit Korruption, Eigennutz oder politisch unkorrektes Handeln verhindern. Selbstfahrende Autos sind der Beweis dafür, dass die Zukunft schon begonnen hat, und Amazon hat unlängst den Prototypen des ersten kassenlosen Supermarktes entwickelt, der durch modernste Techniken wie Deep Learning den virtuellen Einkaufskorb der Kunden einfach aktualisiert, indem Sachen aus den Regalen genommen werden.

Horrorszenarien unwahrscheinlich

Eine negative Entwicklung dagegen könnte sein, dass sich eine Superintelligenz, die sich explosionsartig perfektioniert und ein Ego entwickeln, und die gesamte Macht der Welt an sich reißen könnte. Horrorszenarien aus dystopischen Science-Fiction-Filmen wären nicht komplett unvorstellbar. Die Menschheit könnte bekämpft oder versklavt werden.

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In Anbetracht des Leids und Elends, welches der Mensch bisher auf der Welt verursacht hat, muss eine Machtübernahme durch künstliche Intelligenz aber nicht zwangsweise etwas Negatives bedeuten. Es ist aber auch nicht abzusehen, ob die Maschinen diesbezüglich eine Verbesserung bringen. Studien zufolge gibt es allerdings eine Korrelation zwischen Friedfertigkeit und Intelligenz, weshalb man wahrscheinlich das Beste hoffen darf.

Bedingungsloses Grundeinkommen

Eine Entwicklung, die sich aber jetzt schon langsam abzeichnet, ist die Übernahme der Arbeitsplätze durch Maschinen. Wohingegen man diesem Problem in den letzten Jahrzehnten noch durch eine Umverteilung der Tätigkeiten begegnete und nur repetitive, einfache Aufgaben an künstliche Intelligenz abgegeben wurde, werden Maschinen in Zukunft auch höher qualifizierte Stellungen übernehmen können. Da die positive Kehrseite der Medaille aber ein steigendes Bruttosozialprodukt der Staaten wäre, müsste weniger Arbeitszeit nicht unbedingt mit weniger Einkommen einhergehen. In einigen Ländern wird bereits die Lösung des bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert, in Finnland soll 2017 sogar ein Pilotprojekt starten. Steuergelder würden dann einfach direkt in das BGE einfließen.