Heute schon Obst geklaut? So kommt ihr legal an die Früchtchen

Familie & Freizeit von Claudi am 14.07.2015

In Nachbars Garten steht ein Apfelbaum, der so verführerisch aussehende Äpfel beherbergt, dass ihr schnell zu Adam werdet. Damit euch allerdings kein ähnliches Schicksal ereilt (oder zumindest ein Nachbarschaftsstreit), solltet ihr mal lieber die Finger von den fremden Früchtchen lassen. Anders sieht es auf öffentlichen Flächen aus. Hier darf jeder mal naschen. Seht ihr dort also besagten Apfelbaum oder einen Haselnussstrauch, müsst ihr euch nicht zurückhalten und könnt zugreifen. Doch woher sollt ihr wissen, wo ihr euch bedienen dürft?

Mundraub zeigt wo es lang geht

mundraub
Nutzer helfen Nutzern und zeigen einander, an welchen Stellen man sich bedienen darf. Findet jemand Obstbäume an freien Stellen, kann er sie in der Karte eintragen und so den anderen Usern mitteilen, welche Früchte legal gepflückt werden dürfen. Mundraub.org geht es dabei allerdings nicht ausschließlich um den gemeinnützigen Zweck – das Bewusstsein für die biologische Vielfalt sowie der nachhaltige Umgang damit sollen gestärkt werden. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, die in Vergessenheit geratenen Nahrungsmittel in der Wahrnehmung der Menschheit zu verankern. Nicht selten kommt es vor, dass Obstbäume sowie verschiedene Sträucher von den Passanten nicht mehr wahrgenommen werden und die Nahrungsmittel, die sie tragen zu Boden fallen und dort verweilen.

Mit der Initiative werden also quasi drei Fliegen mit einer Klatsche geschlagen. Obst, Nüsse und Co. kehren zu ihrer Bestimmung zurück und füllen hungrige Mäuler, wir haben die Möglichkeit, uns diese wertvollen Nahrungsmittel kostenlos zu besorgen und durch Veranstaltungen zum gemeinsamen Pflücken werden soziale Kontakte geknüpft.

Wie funktioniert Mundraub?

Wenn ihr Obstbäume, Kräuter und Sträucher auf einer freien Fläche findet, tragt ihr einfach die genaue Stelle sowie die jeweiligen Nahrungsmittel auf der Karte ein. Genauso machen es unzählige andere Nutzer, weshalb die Landkarte inzwischen gut bestückt ist. Bevor ihr etwas eintragt oder pflückt, solltet ihr euch in jedem Fall (noch mal selbst) versichern, ob es sich auch wirklich um eine legale Stelle handelt. Des Weiteren gilt es natürlich, behutsam mit der Natur umzugehen. Besonders engagierte Mundräuber dürfen auch gerne selbst aktiv am Erhalt der Streuobstwiesen mitwirken.

Packt euch spontan die Lust auf Ernten, und ihr wisst nicht wo dies in eurer Umgebung möglich ist, dann könnt ihr ganz einfach auf der Karte nach Einträgen in eurer Nähe suchen. Zudem könnt ihr auswählen, was ihr ernten wollt. Die Suche ist ziemlich detailliert und ihr habt die Wahl zwischen allerlei verschiedenen Obststräuchern sowie -bäumen. Außerdem könnt ihr nach Nüssen und Kräutern suchen, oder euch die Mostereien anzeigen lassen.

Eine tolle Beschäftigung für Sommertage, die ganz nebenbei auch noch zu vollen Mägen und einem aktiven Beitrag an der Nachhaltigkeit führt. Wir wünschen viel Spaß beim Ernten.