Chemie-Alarm in Zahnpasta, Shampoo & Co?

Familie & Freizeit von Jennifer am 24.02.2015

Das Märchen um den Chemie-Code

Diese ominösen Zeichen in Form von Quadraten und Rechtecken auf der Rückseite von Zahnpasta-Tuben oder Shampoo-Fläschchen. Auf Facebook kursiert das Gerücht, diese Zeichen würden den Chemiegehalt in der jeweiligen Verpackung anzeigen.

Quelle: signtodesign

Es gibt sie in dunkelgrün, dunkelbraun, dunkelblau oder auch in rot und grün. Vorzugsweise also eine dunkle und bedrohlich wirkende Farbgebung. Die dunklen Formen zeigen angeblich an, dass das Produkt zu 100% aus Chemie besteht, rot hingegen bezeichnen einen nur 70%igen Chemie-Anteil, wobei die restlichen 30% rein pflanzlich sein sollen. Bei den grünen Quadraten (Rechtecken) handelt es sich um ein Produkt, das zu 100% aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht und frei von jeder Chemie ist.

Alles Quatsch! Ein Märchen, das zu funktionieren scheint. Denn die Wahrheit sieht ganz anders aus: Tuben und andere Verpackungen werden an das befüllende Unternehmen als Rohlinge geliefert. Der erste Produktionsschritt ist nun die Beschriftung dieser Verpackungseinheiten. Diese Beschriftung erfolgt zumeist durch mehrere Farbschichten. Bereits mit der ersten Farbschicht wird auf der Rückseite eine Markierung mit aufgedruckt (bei Aluminium-Behälter sind dies oft die Pressnähte an der Seite): eine quadratische oder rechteckige Form. Diese Markierung enthält somit auch die Farbe der ersten Druckschicht.

Um die weiteren Farbschichten auftragen zu können, orientiert sich die Maschine nun an der Markierung und kann anhand eines Sensors feststellen, ob die Ausrichtung für den weiteren Druckerlauf korrekt ist. Dies ist wichtig, um die genaue Position zu ermitteln, an der die folgenden Schichten platziert werden müssen. Andernfalls würden beim weiteren Auftragen merkwürdige und undefinierbare Symbole und Schriftzüge entstehen und die Verpackungen wären unbrauchbar.

Fazit:

Keine Sorge wegen der Formen und Farben. Diese haben nichts mit den eigentlichen Inhaltsstoffen zu tun und sind rein für die industrielle Verwendung von Bedeutung. Wer wissen möchte, um was für Inhaltsstoffe es sich nun wirklich handelt, dem sei die aufgedruckte Beschreibung auf der Rückseite jener Verpackungen ans Herz gelegt. Hier findet man die Informationen, die man sucht, ganz ohne geheimen Chemie-Code.