Hausmittel gegen Erkältung – besser als Pillen?

Familie & Freizeit von Daniel am 12.01.2017

Ingwer, Zwiebeln, Pfefferminze oder Honig: Man muss nicht immer sofort zu Antibiotika greifen, oft helfen auch alte Hausmittel gegen Erkältung. Besonders bei den typischen Symptomen wie Husten, Schnupfen oder Ohrenschmerzen ist es oft einen Versuch wert, den Vorratsschrank zu durchforsten.

Hausmittel für Erkältungen

Mehr trinken bei Fieber

Generell gilt bei Erkältungen, insbesondere bei erhöhten Temperaturen: viel trinken. Das hat uns nicht umsonst der Kinderarzt schon im zartesten Alter mit größter Hartnäckigkeit eingetrichtert, wenn wir krank waren.  Als Faustregel gilt, dass mit jedem Grad Fieber ein zusätzlicher Liter Flüssigkeit nötig wird. Bei Erbrechen muss der Flüssigkeitsverlust durch noch mehr Flüssigkeit ausgeglichen werden.

Außer Wasser eignet sich traditionellerweise heißer Tee. Lindenblüten- und Holundertee besitzen eine fiebersenkende Wirkung, wirken entgiftend und entschlackend. Holunderblüten wirkt sogar leicht antidepressiv und angstlösend. Nehmt zur Zubereitung optimalerweise frische Kräuter, gebt zwei Teelöffel in eine Tasse mit einem Sieb und überbrüht sie mit heißem Wasser. Lasst den Lindenblütentee fünf, den Holunderblütentee zehn Minuten ziehen. Gegen einen kratzenden Hals hilft heiße Milch mit Honig. Durch die in der Milch enthaltene Aminosäure Tryptophan hat dieses alte Hausrezept sogar eine schlaffördernde Wirkung, Honig wirkt sowohl antibakteriell, als auch antiviral. Laut einer Studie litten Kinder, die abends einen Teelöffel Eukalyptus- oder Zitronenhonig bekamen, nachts seltener unter Hustenattacken, als die Vergleichsgruppe, die dieses Hausmittel gegen Erkältung nicht verabreicht bekam.

Vitamine verkürzen Symptomatik

Ob ein erhöhter Verzehr von Vitamin C tatsächlich bei Erkältungen hilft, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt, obwohl Vitamine wahrscheinlich das bekannteste Haumittel gegen Erkältung sind.  Zur Vorbeugung werden vitaminreiche Nahrungsmittel generell empfohlen und einige Studien kamen zu dem Ergebnis dass eine regelmäßige Einnahme von 0,2 Gramm Vitamin C auch bereits ausgebrochene Erkältungen um einen Tag verkürzen kann.

Ingwer als Hausmittel gegen Erkältung

Die im Ingwer enthaltenen Gingerole gelten als das „Aspirin der Natur“, da sie eine ähnliche chemische Struktur haben. Außerdem wirkt Ingwer entzündungshemmend. Um euch das zunutze zu machen, verzehrt die scharfe Wurzel am besten so frisch wie möglich. Aus einem fingergroßen Stück könnt ihr eine ganze Kanne Tee aufbrühen. Einfach in Scheiben schneiden, mit heißem Wasser aufbrühen und ihr bekommt ein effektives, sowie schmackhaftes Hausmittel gegen Erkältung. Noch wirksamer ist es, wenn ihr die Scheiben einfach pur esst. Schmeckt nicht jedem, aber wer gesund werden will, sollte nicht zimperlich sein.

Erkältungsmittel

Dampfbad

Als Hausmittel gegen Erkältung hat sich die Inhalation bewährt, allerding kam eine große Überblicksstudie der Cochrane-Collaboration zu dem Ergebnis, dass reiner Wasserdampf keine Wirkung hat, außer einer kurzfristigen Befeuchtung der Nasenschleimhäute.

Wirksam hingegen sind Dampfbäder mit ätherischen Ölen, wie sie beispielsweise Heilkräuter enthalten. Kamillenblüten haben eine entzündungshemmende Wirkung, beseitigen Schwellungen in der Nase und sorgen für freies Atmen. Ebenfalls bewährt haben sich Thymian, Japanische Minze, Eukalyptus-, Teebaum- und Pfefferminzöl.

Einen Inhalator braucht ihr nicht zwingend: Übergießt einfach etwa drei Esslöffel Kamillenblüten in einer Schüssel mit heißem Wasser, und haltet euren mit einem Handtuch überdeckten Kopf darüber.

Zwiebel gegen Husten und Ohrenschmerzen

Zwiebeln enthalten natürliche Antibiotika, sogenannte Alline, die entzündungshemmend wirken und Schmerzen lindern, weshalb sie sich schon lange als Hausmittel gegen Erkältung bewährt haben. Diese Eigenschaft könnt ihr euch sowohl innerlich, als auch äußerlich zunutze machen, wenn ihr Ohrenschmerzen habt: Hackt eine frische, rohe Zwiebel klein und erhitzt sie kurz, allerdings nur lange genug, um die ätherischen Öle zum Austreten zu bringen. Packt das Ganze dann in ein sauberes Baumwolltuch und befestigt es mit einem Stirnband oder einer Mütze auf dem Ohr.

Um Husten zu lindern, kann man die kleingehackte Zwiebel stattdessen mit Kandiszucker aufkochen, den Sud aussieben und den, zugegebenermaßen widerlichen, selbstgemachten Hustensaft abkippen. Neben den erwähnten Allinen enthalten Zwiebeln ätherisches Öl, schwefelhaltige Verbindungen und Flavonoide. „Das beruhigt die Bronchien und lindert den Hustenreiz“ erklärt Hans-Michael Mühlenfeld vom Deutschen Hausärzteverband.

schlafen bei Erkältung

Schlaf ist die beste Medizin

„Man hat dann in der Tat ein erhöhtes Schlafbedürfnis“, sagt Prof. Stefan Wilm, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Uniklinik Düsseldorf. „Was der Körper verlangt, kann nicht falsch sein.“ Im Schlaf ist euer Abwehrsystem besonders aktiv, da der Körper keine Energie für andere Aufgaben aufwenden muss.

Warme Wickel für die Abwehr

Eine Studie der Universität Yale kam in einer kürzlich durchgeführten Studie zu dem Ergebnis, dass sich Bakterien bei 33 Grad leichter vermehren können, als bei 37 Grad. Wenn ihr den Schnupfenviren also das Leben zusätzlich erschweren wollt, wickelt euch ein warmes, feuchtes Baumwolltuch um den Hals und deckt es mit einem trockenen Handtuch ab. Je wärmer, desto besser. Zusätzlich hilft die dadurch erhöhte Durchblutung dem Immunsystem.

Frische Luft

Generell solltet ihr regelmäßig lüften und für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen, um einem zusätzlichen Austrocknen der Nasenschleimhäute vorzubeugen. Natürlich ist dabei darauf zu achten, dass es nicht zu kalt wird. Ein hilfreicher Trick gegen zu trockene Luft sind mit Wasser gefüllte Schälchen, die Wasserdampf an die Raumluft abgeben. Sobald man kein Fieber mehr hat sollte man sich auch dazu überwinden, mindestens einmal am Tag an der frischen Luft spazieren zu gehen.

Nasendusche

Wahlweise mit einer Nasendusche oder durch selbstständiges Einsaugen einer Salzwasserlösung empfiehlt sich eine regelmäßige Spülung der Nase. So unterstützt ihr euren Körper, Keime loszuwerden, befeuchtet die Schleimhäute und löst Verhärtungen. Nehmt dazu bestenfalls eine isotonische Salzlösung, deren Elektrolytegehalt dem des menschlichen Körpers entspricht. Dadurch wird kein Sog oder Druck auf die Zellen der Nasenschleimhäute ausgelöst.