Wir bekommen ein Baby!

Familie & Freizeit von Thomas am 09.12.2011

Nach drei positiven Schwangerschaftstests saß ich im Warteraum der Frauenärztin meiner Freundin. Wir hatten die Bestätigung der drei Tests, aber trotzdem waren wir voller Ungewissheit und wirklich neugierig auf deren Ergebnis. Es ist´ne schöne Praxis, wo das Warten eher angenehm ist da ordentliche Musik läuft und es bequeme Stühle sind, auf die man sitzen darf.  Wir beide waren ziemlich durch den Wind, da man ja auch Respekt vor diesem Ereignis  hat. Da kommen dann im ersten Moment Gedanken wie: Haben wir genug Geld?; Wir brauchen ein größeres Auto und´ne größere Wohnung!; Ich muss aufhören zu rauchen!; Ist das überhaupt der richtige Zeitpunkt?!; Na ja, also beim Mann kommt auch noch: YEAH! Es funktioniert alles!

© JMG / pixelio.de

Ich denke das es kein richtigen / falschen Zeitpunkt für eine Schwangerschaft gibt. Gut, zu jung oder zu alt sollte man nicht sein oder aus´nem One-Night-Stand heraus – ist auch nicht gerade schön. Man sollte sich schon lieben! Jedenfalls saßen wir dort und mussten dann rein. Ok! Dachte ich mir, ging mit und mir wurde leicht anders bei der Untersuchung, der Raum – der Stuhl – die Geräte!  Was die Frauen alles so mitmachen müssen. Wir sahen ein kleines, schwarzes Etwas auf dem Monitor und die Ärztin meinte: dort könne man sich eine befruchtete Eizelle hin träumen. Soweit so gut, dann wieder raus und wir bekamen erneut das Ergebnis vom Test, natürlich war er POSITIV! Ich freute mich unheimlich Doll, weil es die Frau ist mit der ich alt werden möchte und sie unendlich liebe – also alles perfekt. Sie war ein wenig skeptisch, da sie kurz zuvor ihren gut bezahlten Job verloren hatte und somit auch solche Gedanken kamen wie: Schwanger + kein Job = verdammt, geht das gut?! Aber wir freuen uns und sind voller Hoffnung.

Ja nun war sie da, die Zeit des Schwanger seins. Automatisch fängt Mann an – der Frau alles abzunehmen.“KEINE ANSTRENGUNG FÜR DIE WERDENDE MUTTI!“ ist das Motto. Als erstes wurde die Ernährung theoretisch umgestellt. Ich habe irgendwann mal in einer Reportage gesehen^^ (da geht´s schon los) das Schwangere viel Fisch essen sollen, also wurde das und noch mehr solche Infos erwähnt, an einem Ernährungsplan gefeilt und natürlich die Zigaretten entwertet. Hach wie soll das bloß alles werden, wir zwei “Chaoten“ – hieß es immer wieder. Ich denke der Mann hat im Großen und Ganzen nicht im Geringsten eine Vorstellung was die Frau so durch machen muss körperlich – psychisch – emotional! Er kann ihr nur mit viel Verständnis zur Seite stehen.

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Unser Glück war es auch das meine Schwägerin zwei Kids hat somit waren wir gut mit Infos versorgt, haben Bücher bekommen und hatten die Aussicht auf jede Menge Klamotten, wenn’s dann ein Junge werden sollte. Aber zuerst hieß es Füße still halten. So ein kleiner schwarzer Punkt – heißt nicht, dass es auch so kommt wie wir uns das wünschten. Der Mutterpass wird auch erst so um die 12. Schwangerschaftswoche ausgefüllt. Der nächste Termin beim Frauenarzt stand an und ich war wieder mit dabei um mich mit der dortigen Umgebung erneut auseinander zu setzen. Aber die Routine machte sich bemerkbar, mir fiel das Prozedere gar nicht mehr so wirklich auf – viel wichtiger war der Monitor. Ja eine Veränderung war zu sehen, es war jetzt Leben! Ich fühlte mich glücklich und sah das Gefühl auch bei meiner Freundin.

Ich bereitete mich auch auf die typischen Symptome einer Schwangeren vor, malte mir aus wie sie nachts zum Bad rennt um ordentlich zu brechen, dies dann immer öfter und zu jeder Zeit oder das sie total zickig – launisch wird oder übelst den Heißhunger auf alles Mögliche hat  – dies dann noch gemischt. So hört Mann es ja immer und immer wieder. Bisher blieb alles aus! Zum Glück, denn so hat sie eine schöne Zeit und ich hab mehr Ruhe, kann sie dann dadurch auch besser begleiten. Sie war / ist die Ruhe in Person nur machte ihr die nichtvorhandene Arbeit zu schaffen. Das hieß dann – zusätzlich der Einhaltung des weit dehnbarem Essenplans – auf zur Jobsuche! Zeitarbeit hier, Minijob da – kommen nicht gut, wenn man Standards hat die bezahlt werden. Aber diese Gedanken waren nicht vorhanden, als wir mal wieder im Zimmer der Frauenärztin waren. Denn es bewegte sich – unser Baby bewegte sich! Und ich heulte! Wir sahen kleine Paddel-ähnliche Arme, wir sahen das Herz, die Pumpe des Lebens und waren unendlich glücklich das alles so ist wie es sein sollte. Dann war es soweit, zwar ohne viel Taram, aber wir bekamen unseren Mutterpass! Jetzt sind wir offiziell werdende Eltern bzw sie ist Mutti! Die Zeit rennt ja bekanntlicher Weise, denn beim nächsten Termin war es ein kleiner Mensch – mit Arme, Beine, Füße und Hände. Ich sah wiedermal heulend zu wie sich der kleine Drops bewegt, wie er Purzelbäumchen schlug, nuckelt und bedankte mich, das alles so ist wie es sein soll! Jetzt fängt man an neugierig zu werden – was wird´s wohl?! Ich habe mich da nicht so festgelegt oder mir was gewünscht – ich will, dass es gesund und munter zur Welt kommt um mit mir später Klingelstreiche zu machen.

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Es gibt ja schon viele Untersuchungen die man bevor das Baby zur Welt kommt machen kann, alle kosten Geld und die meisten haben wir gemacht. Auch sollte man den Kontakt mit Katzen vermeiden. Das haben wir mit allen Mitteln durchgesetzt – jede Katze wurde mit Pauken und Trompeten vertrieben. Auch die Diskussion über den Namen wurde intensiver – wie soll es dann nun heißen? Doch das wird eine lange Runde, in der wir Namen suchen, google´n, ja recherchieren und sogar welche erfinden. Wir haben uns bis heute noch nicht geeinigt und so wie ich uns beide kenne, entscheiden wir das direkt nach der Geburt. Es ist nämlich nicht so einfach sich zu einigen. Für mich soll er niedlich und später erwachsen klingen und es sollen nicht vier-fünf Kinder in der Klasse so heißen. Das gibt’s leider heute so, wenn der Trainer auf dem Bolzplatz den Namen meines Neffen ruft – antworten vier mit ja.

Die Vermutung beim erneuten Frauenarzttermin bestätigte sich, es soll ein Junge werden! Heulend nahm ich die Nachricht zur Kenntnis. So konnten wir die Namensfindung spezialisieren und die Säcke voller Babysachen von meiner Schwägerin holen. Das ist ja auch eine Menge Geld die man spart, da die Klamotten in den ersten Jahren eh nie abgetragen werden aber eine Menge Kosten. Auch ein Einkaufsbummel in der Umstandsmodeabteilung muss drinne sein, ich hatte eigentlich keine Probleme damit, mal rasch´ne neue Hose oder ein Shirt zu kaufen. Obwohl ja der Mann (auch ich) zu den Einkaufsmuffeln zählt. Das ist aber wichtig und ein Muss! So fühlt sich die werdende Mutti wohl. Denn mit der Zeit wird´s auch anstrengender, die Nächte werden unruhiger und die Tage spürbarer.  Der Körper macht eine riesen Veränderung durch, eigentlich unglaublich, die Rippen dehnen sich bis zu 5cm und das Baby macht sich ordentlich Platz im Bauch. Hochleistungssport für den Körper! Diesem muss Mann sich bewusst werden und das verstehen. Ich bin mit-schwanger und finde es spannend, es macht mich glücklich zu hören das es alles so sein soll wie es muss und ich bin jedes Mal am heulen wenn wir beim Ultraschal sind. Wir bereiten alles für den neuen Erdenbewohner vor. Wir machen sein Zimmer schön, typisch Junge, natürlich in blau mit Autos und nehmen uns vor alles zu geben. Es werden noch hitzige Diskussionen folgen über den Namen, ja wahrscheinlich auch über den Style der Wickelkommode oder die Anordnung der Möbel in seinem Zimmer aber das ist doch normal – schließlich sind wir alle Individuen.